ORF: Mitten im Schlachten

Die umstrittensten Sendungen sind abgesetzt, altbewährte Erfolgsformate kommen zurück auf den Schirm. Kann die Reform der Reform den ORF nachhaltig retten?

Der Stoff, aus dem die Träume für Fernsehmacher sind, besteht aus: einem guten Dutzend Leichen, obskuren Horoskopen und einer Wiener Familie. „Zodiak“, der vierteilige Fernsehkrimi, der in den vergangenen zwei Wochen vom ORF ausgestrahlt wurde, war für den öffentlich-rechtlichen Sender ein Quotenbringer der Extraklasse: Beim Finale am Dienstag dieser Woche saßen 928.000 Zuschauer vor dem Fernsehgerät, in der sogenannten werberelevanten Gruppe der 12- bis 49-Jährigen ergab das einen Marktanteil von 35 Prozent. Eine Quote, die in dieser Konstanz sonst gerade einmal „Dancing Stars“ erreichen kann.
Quotentechnisch begann der Herbst für den ORF also formidabel, aber ob das reicht?

Ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass ORF-Chef Alexander Wrabetz die angeblich größte ORF-Reform aller Zeiten durchgeboxt hat. Er hat dabei heilige Kühe wie die Durchschaltung der „ZiB“ geschlachtet, beliebte Formate wie „Willkommen Österreich“ abgesetzt und stattdessen teilweise mutiges experimentelles Fernsehen zugelassen: die Sitcom „Mitten im 8en“, die Talkshow „Extrazimmer“ oder auch die verstörende Neuauflage von „Willkommen Österreich“ in der „Donnerstag Nacht“. Der Erfolg gab ihm nicht Recht.

Jedenfalls vor „Zodiak“ steckte der ORF in einer Quotenkrise. Gerade einmal 36,7 Prozent Marktanteil hat er im heurigen August noch erreicht – das waren fast drei Punkte unter jenen 39,4 Prozent, die im August 2006 erreicht worden waren. Die Quoten gingen auf beiden Sendern zurück – auch in der für den ORF besonders wichtigen Primetime und am Vorabend. Gerade in diesem Zeitfenster von 18 bis 20.15 Uhr wollte Wrabetz seinen ORF massiv ausbauen. Hier nimmt man schließlich 60 Prozent des Werbegeldes ein.

Tatsächlich dürfte die Reform den ORF bereits Geld gekostet haben. So mussten schon mehrmals die Werbepreise deutlich gesenkt werden. Betroffen war dabei vor allem die vom ORF so kampfeslustig promotete Pre-Primetime auf ORF 1. Im Mai musste der Werbeplatz rund um „Mitten im 8en“ billiger werden, im Juli gab es massive Preisreduktionen rund um das ebenfalls nicht gerade quotenstarke „Szene“.

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