OMV unter Strom

Neues Energiebündel für Österreich. Warum und wie die Übernahme der Verbund AG durch die OMV eingefädelt wurde, und wer dabei gewinnt.

Braun gebrannt, gut gelaunt und sichtlich entspannt: So verbrachte Hans Haider, Chef des heimischen Stromkonzerns Verbundgesellschaft, seinen 64. Geburtstag. Haiders große Party fand gleich am Vormittag im Festsaal des Hotels Radisson SAS am Wiener Parkring statt. Zu den Gästen zählten nebst OMV-General Wolfgang Ruttenstorfer an die hundert österreichische und internationale Journalisten.

Schließlich ging es bei der Veranstaltung nicht primär um Haiders privates Jubiläum, sondern um eine Mega-Fusion von internationaler Tragweite im österreichischen Energiesektor. Der auf Osteuropa fokussierte österreichische Öl- und Gaskonzern OMV wird mit dem Energieversorger Verbund zu einem neuen österreichischen Energiebündel verschmolzen – womit der bei weitem größte Konzern des Landes entsteht. Auf 18 Milliarden Euro Jahresumsatz wird es der Gigant bringen. Haider, der sich zum Ende seiner Karriere mit der Position des Co-Vorstandes neben Ruttenstorfer im neuen Konglomerat selbst das schönste Geburtstagsgeschenk macht: „Dieser Merger bringt Verbund und OMV in eine neue Liga.“

Haider und Ruttenstorfer, die sich bei der Pressekonferenz schon jovial mit Hans und Wolfgang ansprachen, machen mit dem Bündnis tatsächlich einen gewaltigen Karrieresprung. An europäische Energie-konzerne wie die britisch-holländische Royal Dutch Shell mit 297 Milliarden Euro Umsatz, Électricité de France (51 Milliarden Euro) oder die deutsche RWE (41 Milliarden) reicht die künftige Firma mit dem Arbeitstitel OMV-Verbund AG zwar noch lange nicht heran. Doch Ruttenstorfer meint zu Recht: „Wir sind damit der führende integrierte Energiekonzern auf den mittel- und osteuropäischen Wachstumsmärkten.“

Der Deal ist bereits politisch akkordiert. 51 Prozent am Verbund gehören der Republik Österreich und hängen direkt am Wirtschaftsministerium von Martin Bartenstein (ÖVP). Die OMV gehört zu 31,5 Prozent der Staatsholding ÖIAG, die ins Ressort von Finanzminister Karl-Heinz Grasser fällt. Die Transaktion steht schon seit Jahren auf der To-do-List der ÖVP, scheiterte aber bisher am Widerstand der SPÖ, die dafür einer Änderung des in Verfassungsrang stehenden ÖIAG-Gesetzes zustimmen muss. Die SPÖ war bisher dem Nein des ÖGB gefolgt.

Die ganze Story lesen Sie im neuen FORMAT

BMW macht für Motorenfabrik in Steyr Millionen locker.

Auto & Mobilität

BWM Werk Steyr investiert 340 Millionen für Dieselmotoren

Künftige Pensionisten sind mit gewaltigen Pensionslücken konfrontiert, auch der Staat, wenn dieser das Ruder nicht herum reißt, warnt das Weltwirtschaftsforum.

Geld

Zeitbombe Pensionslücke: Gefährlicher als jede Finanzkrise

Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung

Bonität

Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung