Oligarchen: Gasfürst von der Löwelstraße

Der Ukrainer Dmytro Firtash übersiedelt nach Wien – samt seinem milliardenschweren Gasimperium.

Dmytro Firtash ist Probleme gewohnt. Die US-Bundespolizei FBI ermittelt seit Jahren wegen mutmaßlicher Verbindungen zum berüchtigten Sowjetmafioso Semion Mogilevich. Der Banken-Untersuchungsausschuss im Hohen Haus verdächtigte ihn seit Monaten der Geldwäsche. Und seine Exehefrau Maria will seit kurzem einen längst verglichenen Scheidungsprozess neu aufrollen. Vorwürfe zu Mogilevich und Geldwäsche nimmt Firtash mittlerweile locker, denn letztlich konnte ihm beides nie nachgewiesen werden. Die Eheaffäre setzt den 42-jährigen Ukrainer schon eher unter Druck. Immerhin steht die Hälfte seines Vermögens auf dem Spiel – Schätzwert: 3,8 Milliarden Euro.

Der neu entflammte Rosenkrieg in der Ukraine wirft Schatten bis nach Österreich: Firtash will die Zentrale seiner milliardenschweren Geschäfte nach Wien verlegen. Unter dem Dach einer brandneuen Group Dmytro Firtash (GDF) sollen die derzeit über diverse Zypern-Töchter verstreuten Beteiligungen konsolidiert werden. Weit gediehene Börsenpläne der Industriegruppe (Gesamtumsatz: 4,6 Milliarden Dollar), die etwa ein Listing der Subholdings in London vorsahen, werden durch den akuten Beziehungskonflikt gebremst.

Das weit verzweigte Firmenimperium, das künftig von der Löwelstraße 12 aus gesteuert werden soll, kann sich jedenfalls sehen lassen.

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