Ohne Bioethanol erreicht Österreich die Kioto-Ziele nicht

„Der Einsatz von Bio­ethanol spart im Vergleich zu Benzin rund 50 Prozent an Emissionen.“

Das Klimapaket der EU-Kommission gibt klare Vor­gaben zur Erreichung der Kioto-Ziele. Im Verkehrs­bereich wird ein Anteil von zehn Prozent biogenen Kraftstoffen bis zum Jahr 2020 angestrebt, insgesamt sollen die Treib­hausgasemissionen bis 2020 um zwanzig Prozent reduziert werden. Zur Zielerreichung bei biogenen Kraftstoffen wird Agranas Bioethanolproduktion in Pischelsdorf ab Anfang Juni 2008 einen ökologisch wertvollen Beitrag leisten. Der Verbrauch von in Österreich unter Nachhaltigkeitsaspekten produziertem Bioethanol wird zur Reduktion der CO2-Emissionen und zu einer Ver­ringerung der Abhängigkeit von teuren Erdöl- und Sojafuttermittelimporten beitragen. Konkret spart der Einsatz eines Liters Bioethanol, der statt eines Liters Benzin verbraucht wird, unter Berücksichtigung des gesamten Lifecycles, circa 1,6 Kilogramm CO2-Äquivalente bzw. rund fünfzig Prozent an Emissionen.

Diesem positiven Klimaschutzbeitrag von in Österreich produziertem Bioethanol stehen Argumente von Nahrungsmittelverteuerung, Urwaldrodung und zu hohem Wasserverbrauch gegenüber. Bioethanol kann kein weltweites Allheilmittel im Kampf gegen den Klimawandel sein. Es wird nur dort einen nachhaltigen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten können, wo es unter ökologisch, ökonomisch und sozial vernünftigen Bedingungen hergestellt werden kann, wie dies in Österreich der Fall ist. Außerdem wird mit der geringen Wirtschaftlichkeit der Produktionstechnologie argumentiert und auf eine effizientere Technologie der zweiten Generation gesetzt, bei der nicht nur die Frucht, sondern die gesamte Pflanze oder pflanzliche Abfälle genutzt werden können. Doch ohne die Wegbereiter der ersten Generation, die den Markt und die Infrastruktur für Bioethanol etablieren, werden die Inves­titionen in Forschung und Entwicklung für eine verbesserte, zweite Generation fehlen. Österreich kann auf diesen Bio­ethanolbeitrag nicht verzichten, will es seine Kioto-Klimaziele nur annähernd erreichen – und da gibt es im Verkehr an­gesichts einer Emissionsverdoppelung seit 1990 dringenden Handlungsbedarf.

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