Österreichs neue Mächtige

Politiker 2003: Umsteiger Karl-Heinz Grasser, die Funktionäre des ein-flußreichen ÖVP-Bauernbunds, FPÖ-Zukunftsdenker Dieter Böhmdorfer und grüne Landeschefs: Wer das Land im kommenden Jahr prägen wird.

Noch nie in der Geschichte der Republik Österreich hat sich die innenpolitische Szenerie auf einen Schlag so radikal geändert wie am 24. November 2002 mit der Bekanntgabe des Ergebnisses der Nationalratswahl: die ÖVP stärkste Partei, die SPÖ seit Menschengedenken erstmals auf Platz zwei, die FPÖ am Boden zerstört; 64 Abgeordnete – also mehr als ein Drittel der 183 Mandatare – neu im Parlament; eine ganze Reihe von Personalrochaden aus der Landes- in die Bundespolitik. Und das heißt: Die Schaltstellen der Macht werden nun neu besetzt.

Strippenzieher
Wer offiziell den Kurs des Landes bestimmt, ist weithin bekannt: der Kanzler, die Parteichefs, die Klubobleute im Parlament – und die Minister, wie etwa Karl-Heinz Grasser, der sich nach seinem Ausstieg aus der FPÖ auf dem direkten Weg zu einer zweiten Amtszeit als Finanzminister befindet. Wer hinter den Kulissen die Fäden zieht, die Entscheidungen beeinflußt und damit die Geschicke der Republik mitbestimmt, schon weniger.

FORMAT hat eine Auswahl der neuen Mächtigen zusammengestellt – jener Politiker, die Österreich im kommenden Jahr prägen werden.

Es lebe der Bauernbund
In der ÖVP hat der – ohnehin schon mächtige – Bauernbund künftig noch mehr zu sagen. Während sich die Granden des ÖAAB auf dem absteigenden Ast befinden (so ging der schwarze Arbeitnehmerchef Werner Fasslabend im parteiinternen Machtpoker um den Ersten Nationalratspräsidenten leer aus), sicherten sich die Agrarier ihren Einfluß.

Zu ihnen gehört nicht nur Umweltminister Wilhelm Molterer, der engste Vertrauensmann von Regierungschef Schüssel, sondern auch Funktionäre aus den Bundesländern: So sitzt nun etwa Josef Pröll, niederösterreichischer Bauernbunddirektor, Weinbauer und Neffe des schwarzen Landeshauptmanns Erwin Pröll, für die ÖVP im Parlament – und gilt nebenbei als möglicher Landwirtschaftsminister.

Druck aus Wien
In der SPÖ bekommen nach Alfred Gusenbauers Wahldebakel die Wiener Roten wieder mehr direkten Einfluß. Solange sich Gusenbauer an der Parteispitze hält, gibt es allerdings einen zweiten wichtigen Faktor: die Seilschaften der ehemaligen Jungsozialisten (SJ), zu denen etwa Budgetexperte Christoph Matznetter zählt.

H. F., M. St., Kl. Z.

Die ausführliche Story lesen Sie im neuen FORMAT.

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