Österreichs Konzerne verdienen wie noch nie: Wer die Rekordgewinne abkassiert

Milliardenschwere Investitionsprojekte und Firmenübernahmen, fette Dividenden für die Aktionäre, etwas bescheidenere Prämien für die Mitarbeiter: Jetzt werden die Megagewinne verplant. Neue Jobs in Österreich entstehen kaum.

Zahltag ist erst im nächsten Jahr. Die Hände reiben sich die Aktionäre schon jetzt. Auch der österreichische Staat: Er wird für seine Beteiligung am Stromkonzern Verbund für 2005 wenigstens 75 Millionen Euro an Dividenden kassieren, fünf Euro oder mehr pro Aktie. Böhler-Uddeholm wird zwischen sechs und sieben Euro zahlen. Den großen Privatinvestor Rudolf Fries, der mit seiner Gruppe über 20 Prozent an Böhler hält, erwarten somit 15 bis 20 Millionen – nur an Dividenden.

Noch nie überhäuften Österreichs Großunternehmen ihre Aktionäre mit so viel Geld. Noch nie haben sie so gut verdient. Fast alle jubeln über Rekordgewinne: von der OMV über die großen Banken bis zu voestalpine und Verbund. Ungefähr neun Milliarden Euro Gewinn vor Steuern (EGT) fahren die im ATX vertretenen Konzerne 2005 in Summe ein. Nach alter Währung sind das unglaubliche 120 Milliarden Schilling Profit – für gut 20 Firmen. Mit über zwei Milliarden Euro EGT sprengt der Ölriese OMV alle bekannten Austro-Dimensionen.

In Deutschland haben unter anderem die fetten Konzernüberschüsse zur Heuschrecken-Diskussion geführt. Hierzulande steht den Megagewinnen eine anhaltende Rekordarbeitslosigkeit gegen-über. Die Bosse rechtfertigen die Profite mit der Sicherung des Standorts und der vorhandenen Jobs. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer: „80 Prozent der OMV-Gewinne fließen in Investitionen.“ Voest-General Wolfgang Eder erklärt: „Der Staat kriegt seine Steuern, unseren Aktionären geht es sowieso gut, an die Mitarbeiter haben wir in den letzten zehn Jahren 250 Millionen an Prämien ausgeschüttet. Den größte Teil verwenden wir aber für die Zukunftssicherung, und zwar atypisch viel in Österreich.“

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