Österreichs Erfinder: Ein FORMAT-Report über das Forschungsland Österreich

Das Daniel-Düsentrieb-Ranking für Österreich: Welche Unternehmen seit dem Jahr 2.000 die meistenPatente und Markenangemeldet haben

Die Idee kam Heinrich Magometschnigg während einer Operation am Salzburger Landeskrankenhaus. Der Chirurg musste sich bei einem komplizierten Eingriff auf ein unhandliches Standmikroskop verlassen, das bei der Arbeit mehr behinderte als half. Bei tiefen Schnitten war es schwer scharf zu stellen, immer wieder versperrte sich der Operateur selbst die Sicht. Ein Mini-Mikroskop zum Aufsetzen, so dachte der gebürtige Kärntner, das wäre die Lösung. Er machte sich auf die Suche nach einer geeigneten Technologie. Das war 1994. Fünf Jahre später war das Produkt marktreif, entwickelt und designt von einem extra dafür gegründeten Unternehmen: Life Optics mit Sitz im 16. Wiener Gemeindebezirk. Von dort aus hat Life Optics mit dem „Varioscope“, einem „kopfgetragenen Operationsmikroskop“, den Weltmarkt erobert und neue Patente angemeldet. Erst vor kurzem wurde eine neue, verbesserte Version des Mikroskops vorgestellt. „Unsere Patente“, so Life-Optics-Geschäftsführerin Maria Lehrl, „sind die einzige Chance, den Vorsprung abzusichern.“

So weit ist Juan Horn noch nicht. Der gelernte Industrieanlagenbauer hat eine Technologie entwickelt, mit der er durch Elektrolyse Schadstoffe aus Luft und Wasser filtern kann. Das neuartige Gerät lässt sich in jeder Größe herstellen und kann etwa in Waschmaschinen und Geschirrspüler eingebaut werden, ist aber auch zur Abgasreduktion in der Großindustrie einsetzbar. Eine funktionstüchtige Waschmaschine (Waschdauer: 15 Minuten) ist gerade im Testlauf und soll bald einem großem Waschmaschinenhersteller angeboten werden. Für eine Pilotanalge in einem Industriebetrieb fehlt Horn aber noch ein Investor, der rund 200.000 Euro auf den Tisch legt, um die Erfindung zu testen und marktfähig zu machen. Er hofft noch auf den großen Durchbruch.

Juan Horn und Life Optics sind nur zwei Beispiele aus einer ganzen Reihe von innovativen Unternehmen und Erfindern in Österreich. Allein im Jahr 2004 wurden über 3.500 Erfindungen als Patente angemeldet, gut die Hälfte davon wird bewilligt werden. Insgesamt sind derzeit in Österreich 10.500 Patente aufrecht und über 100.000 Marken geschützt. Der Großteil stammt aus den Forschungsschmieden internationaler Konzerne wie dem Heiztechnikspezialisten Vaillant oder dem Anlagenbauer Andritz. Aber auch private Tüftler – wie der Musiker Bernd Tagwercher, der ein dreieckiges Holzbrikett erfunden hat, oder Erwin Josef Himmelbauer mit seinen Tretantrieb-Rollschuhen – haben ihre Erfindungen geschützt.

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