Österreich-Tourismus: Winter der Rekorde

Österreichs Tourismus hat heuer neue Rekorde eingefahren. Die Gründe: Europas bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, günstiges Wetter – und viele reiche Russen.

Ganz gelaufen ist die Wintersaison 2003/04 im heimischen Tourismus zwar noch nicht. Angesichts der starken Zwischenergebnisse sowie der guten Schneelage und der Vollauslastung der Wintersportorte zu Ostern jubelte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein aber schon unmittelbar nach den Feiertagen: Er erwartet in der laufenden Wintersaison einen Umsatzzuwachs im österreichischen Tourismus um satte vier Prozent – das wäre eine nochmalige Steigerung gegenüber dem Rekordwinter des Vorjahres auf ein Umsatzvolumen von deutlich mehr als neun Milliarden Euro.

„Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll die Stärke der österreichischen Tourismuswirtschaft auch in einer konjunkturell schwierigen Zeit“, erklärt Bartenstein. Einen Rekord erwarten die Experten der Statistik Austria auch bei der Zahl der Nächtigungen: Mit einem Plus von zwei bis drei Prozent dürften die heimischen Beherbergungsbetriebe unterm Strich heuer im Winter rund 58,5 Millionen Gästenächtigungen verzeichnen.

Ein Erfolg, den Arthur Oberascher, Chef der Österreich Werbung, dem umfassenden Winterangebot zuschreibt: „Neben dem alpinen Skilauf hat sich Österreich auch mit seinem sanften Winterangebot von Langlauf über Wellness bis zur Kultur sowie mit höchster Servicequalität in den 70.000 Betrieben international als großartiges Produkt etabliert.“

„Für uns war es eine äußerst positive Saison“, freut sich etwa Hotelier Karl C. Reiter vom Post Hotel Achenkirch in Tirol. Er erreichte heuer sogar ein zweistelliges Umsatz- und Nächtigungsplus und nennt die Erfolgskriterien: „Die Schneelage war gut, das Wetter schön. Dazu kommt, dass wir 3,5 Millionen Euro in Verbesserungen im Haus investiert haben. Die Gäste wollen nämlich über das Skifahren hinaus Shopping- und Wellnessmöglichkeiten im Hotel nutzen.“

In Ischgl, wo die Saison noch bis zum 2. Mai dauert und am Tag zuvor mit einem Konzert von Pop-Ikone Peter Gabriel auf der Idalp einem letzten massenwirksamen Höhepunkt zusteuert, erwartet Markus Heregger, Marketingleiter im Tourismusverband, einen Zuwachs von 5,5 Prozent bei den Nächtigungen. „Dass der Februar heuer einen Tag länger war, hat dabei natürlich auch eine Rolle gespielt“, relativiert er.

Hurra, die Russen kommen! Dass die Touristiker trotz der schwachen Konjunktur im nach wie vor wichtigsten Markt Deutschland jubeln können, hat auch mit einem ganz speziellen Marketingcoup zu tun, der den heimischen Tourismuswerbern heuer gelungen ist: Sie umgarnten die besonders zahlungskräftige, neureiche russische Klientel mit speziellen Angeboten für einen prestigeträchtigen Weihnachtsurlaub in Österreich. Da Weihnachten laut orthodoxem Kalender im Jänner gefeiert wird, kamen die russischen Weihnachtsurlauber gerade recht, um das von der Hotellerie besonders gefürchtete Jännerloch zu füllen.

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PLUS: Rekordwinter: Nächtigungen und Umsätze.
PLUS: Erfolgsfaktoren: Wetterglück und Investitionen in Hotels und Lifte
PLUS: Gäste aus dem Osten: Immer mehr Russen

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