Österreich braucht keine Steueroase zu sein

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer will die Spekulationsfrist von einem Jahr abschaffen. Was sagen vier FORMAT-Finanzexperten dazu?

Österreich kann mit vielen Steueroasen durchaus mithalten. Die Privatstiftungen, das Fehlen einer Vermögensteuer und die geplante Abschaffung der Erbschaftsteuer machen Österreich zu einem Steuerparadies für Reiche und Superreiche. Und auch für Börsenspekulanten gibt es durch den steuerfreien Verkauf von Wertpapieren nach einer Spekulationsfrist von nur einem Jahr „Steuerzuckerln“. Nur wer früher verkauft, muss die Gewinne voll der Einkommensteuer unterwerfen. Die explodierenden Aktienkurse der letzten Jahre sorgten somit für weitgehend steuerfreie Kapitalgewinne. Wer also am Aktienboom mitnaschen wollte, dem bot Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern hervorragende Bedingungen.

Die meisten Länder haben Steuerschlupflöcher dieser Art längst beendet. Veräußerungsgewinne werden generell besteuert, zumeist mit einer „flat rate“. Das erübrigt Behaltefristen. Auch Deutschland wird ab 2009 eine Abgeltungssteuer auf Kapitalgewinne in der Höhe von 25 Prozent einheben. Österreich sollte sich daher dem „Zeitgeist“ anderer Länder nicht verschließen und eine zeitlich unbefristete Abgeltungssteuer in der Höhe von 25 Prozent (analog dem Steuersatz der Kapitalertragsteuer) einführen.

Das kann jedoch nur ein erster Schritt hin zu einem Steuersystem sein, das der Besteuerung von Vermögen ein größeres Gewicht verleiht. Bekanntlich liegt ja der Anteil der vermögensbezogenen Steuern in Österreich weit unter dem Durchschnitt der EU-15. Diesem sollte sich Österreich durch eine Reform der Erbschaft- und Grundsteuer annähern, mit dem Ziel einer realistischen Bewertung des Grund- und Immobilienvermögens.

Diese Reformen – gemeinsam mit der ökosozialen Steuerreform – weisen den Weg zu einem Abgabensystem, das nicht weiterhin überproportional die Arbeitseinkommen belastet. Denn: Das Beibehalten der jetzigen Steuerstruktur geht – so auch zuletzt die OECD – eindeutig zulasten des Wirtschaftswachstums.

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