Österreich braucht Raumordnung der kurzen Wege

„Die Lösungsstrategie heißt: Verkehr vermeiden, Verbrauch verringern, Alternativen verbessern.“

Bei steigenden Spritpreisen hat der Populismus Hochkonjunktur. Es geht zu wie auf einem Bazar. Autofahrerklubs und Parteien überbieten sich mit Vorschlägen. Machen die einen eine Internet-Plattform, bieten die anderen eine Unterschriftenaktion an. Preisbindungen, Steuerbefreiung, Subventionen er­höhen – angeboten wird, was für den Steuerzahler teuer ist. Und unbeeindruckt von diesem Aktionismus klettern die Rohölpreise nach oben. Sehen wir doch der Realität ins Auge. Die Ölpreise werden weiter hoch bleiben. Und: Der Verkehr ist ein „Öl-Junkie“ – massiv vom schwarzen Gold abhängig. Das mag die Ölscheichs freuen, für Haushalte und Wirtschaft ist diese Situation fatal. Eine VCÖ-Studie zeigt, dass der Verkehr in Österreich heute doppelt so viel Energie verbraucht wie im Jahr 1990. So weit, so schlecht. Die gute Nachricht: Das Problem ist – nachhaltig – lösbar. Die Strategie dafür: Verkehr vermeiden, Verbrauch verringern und Alternativen ver­bessern.

Die Maßnahmen liegen auf der Hand: Österreich braucht eine Raumordnung der kurzen Wege. Die Wohnbauförderung ist an die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu knüpfen. Das wahre Energiesparhaus ist auch ein Verkehrsparhaus. Verbrauch verringern heißt: „Rote Karte“ für Spritfresser und wirksame gesetzliche Vorgaben für die Autohersteller. Heute schlucken Neuwagen sechseinhalb Liter. Das Drei-Liter-Auto muss Standard werden – dann lassen höhere Spritpreise auch viel fahrende Autofahrer kalt. Wie die Alternativen zu verbessern sind, zeigt uns die Schweiz. Regelmäßige Bahnverbindungen, auch am Abend und am Wochenende, kurze Wartezeiten beim Umsteigen und aus­gezeichnete Regionalverbindungen. Klar, das kostet, aber es wirkt. Für Pendlerinnen und Pendler sind mehr Bahnverbindungen eine wirkliche finanzielle Entlastung: Ein Pendlerhaushalt, der mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren kann, braucht kein Zweitauto. Ein Pkw weniger pro Haushalt bedeutet eine Ersparnis von 500 bis 600 Euro. Pro Monat wohlgemerkt.

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