Österreich mit einer kleinen Prise Osteuropa

Lange Zeit waren die Manager von Österreich-Aktienfonds vom Glück begünstigt: Zwischen 2003 und 2006 erzielte die Branche spektakuläre Jahreserträge zwischen 20 und 60 Prozent. Doch seit einem Jahr bläst der ­Gegenwind hart ins Gesicht. Jetzt zeigt sich, wer auch in turbulenten Phasen auf Kurs bleibt: Der Fondsmanager, der die schwierigen 12 Monate am besten gemeistert hat, ist Christian Ramberger, der Manager des Allianz Invest Austria Plus (ISIN AT0000611405). Das derzeitige Minus des Fonds von 14,1 Prozent sieht zwar auf den ersten Blick nicht gerade berauschend aus, es ist aber angesichts von Verlusten von bis zu 29,7 Prozent der Konkurrenz durchaus beachtlich. Im Dreijahresvergleich muss sich der Allianzfonds mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von 10,4 Prozent nur dem Meinl Equity Austria (plus 13,9 Prozent) geschlagen geben. Und seit Gründung im Oktober 2004 hat der Allianz-Fonds immerhin ein durchschnittliches Plus von 20,2 Prozent zu Buche stehen.

Krisenfeste Positionierung. Rambergers Fonds, der sich lange Zeit ähnlich wie seine Konkurrenten entwickelte, hat etwa seit Mitte 2007 einen klaren Vorsprung herausgeholt (siehe Chart). Das Erfolgsrezept: Ramberger, der auch einer der Geschäftsführer der Allianz-Fondsgesellschaft ist, hat schon rechtzeitig im vergangenen Sommer den Fonds wegen der eskalierenden Finanzkrise defensiv positioniert und die Bargeldquote deutlich erhöht. Außerdem wurden die an der Wiener Börse stark vertretenen Bankaktien untergewichtet, sodass der Abschwung nicht voll auf den Fonds durchschlug.
Inzwischen hat der Fonds aber die gefallenen Kurse genutzt und ist bis auf eine Bargeldquote von 1,8 Prozent wieder voll investiert. Die größten Titel sind aktuell OMV (9,3 Prozent des Fondsvolumens), Erste Bank und Raiffeisen International (je 8,8 Prozent), ­voestalpine (8,2 Prozent) und Intercell (4,9 Prozent).

Neben diesen Austro-Titeln ist der Fonds auch mit einer kleinen Beimischung von Aktien aus den Reformstaaten bestückt. 8,9 Prozent des Fondsvolumens bilden polnische Ak­tien. Hier setzt die Allianz nicht zuletzt auf die Aufwertungsfantasie des polnischen Zloty. Dazu kommen noch knapp fünf Prozent tschechische Papiere und eine kleine Position in Ungarn. Hintergrund dieser länderübergreifenden Strategie ist, dass der Fonds auch das Aktienrückgrat der Allianz-Zukunfts­vorsorge bildet, bei der ja neben ­österreichischen Titeln auch Papiere aus osteuropäischen EU-Mitgliedern erlaubt sind. Die starken Gewinnsteigerungen der Raiffeisen International (siehe Interview links) zeigen, dass die Wiener Börse nach wie vor stark vom Aufholprozess in Zentral- und Osteuropa profitiert. Dieser Rückenwind kann noch jahrelang an­halten. Der Allianz-Fonds ist ein viel­versprechendes Vehikel, um von dieser Entwicklung zu profitieren und auch schwierigere Phasen an der Wiener ­Börse zu meistern.

Telekom Austria COO Alejandro Plater (li.) und CEO Thomas Arnoldner

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