Österreich ist online: Die Top 100 im Netz. 4,1 Millionen Bürger nutzen das Internet.

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Als die ersten Internetprovider Ende der 90er Jahre um die großen Kundenmassen buhlten, bemühten sie noch Testimonials wie Boris Becker, die kindlich fragen durften, ob sie denn „schon drin“ seien. Heute, keine zehn Jahre später, ist schon eine gute Milliarde Menschen „drin“, und die virtuelle Welt von einst hat sich zum selbstverständlichen Alltagsbegleiter entwickelt.

Milliarden Websites sind online, und wer heute wissen will, was abgeht, sieht sich in der Google-Suchmaschine unter „Zeitgeist“ die meistgesuchten Begriffe an, um zu wissen, was die Menschheit beschäftigt. Vom Pin-up bis zum Popstar, von Kriegsschauplätzen bis zum Wetter. Die Losung „Wer nicht gegoogelt werden kann, den gibt’s nicht“ scheint einen wahren Kern zu haben, anders wären die Bemühungen von Seitenbetreibern nicht zu erklären, auch mit allerlei unredlichen Methoden an die Sonnenplätze der Rankinglisten zu kommen. Da selbst gute Webseiten durch den Google-Rost fallen, hat FORMAT für Sie die 100 besten Link-Tipps für die wichtigsten Lebensbereiche zusammengetragen. Zudem nennen elf heimische Topmanager ihre favorisierten Internetseiten.

Welche Revolution in den letzten zehn Jahren vonstatten ging, spiegelt sich in den nackten Zahlen wider. Sandra Cerny, Webexpertin beim Marktforschungsinstitut Integral: „1996 gab es in Österreich neun Prozent Internetnutzer. Heute nutzen rund 62 Prozent der über 14-jährigen Österreicher das Netz.“

Dabei liegt Österreich im europäischen Durchschnitt nur an zehnter Stelle. In den skandinavischen Ländern sind bereits drei Viertel der Einwohner online. „Das Netz ist aber noch immer männerdominiert. In der Nutzergruppe bis 30 Jahre sind sie noch immer am stärksten vertreten“, so Marktforscherin Cerny. Die 30- bis 49-Jährigen sind schon zu 56 Prozent online, und den höchsten Zuwachs verzeichneten laut einer aktuellen Spectra-Umfrage zuletzt die „Silver Surfer“. Diese konnten ihren Anteil in den letzten drei Jahren auf 35 Prozent glatt verdoppeln.

Eine aktuelle Revolution in der Internetnutzung zeichnet sich bei den technischen Zugängen ab. Freute man sich im Jahr 1996 noch über eine Datenleitung mit acht Kilobit, so heißt die Währung heute Megabit. Das Zauberwort heißt Breitbandzugang, und dabei ist die Formel simpel: Je mehr Daten pro Sekunde durch die Leitung kommen, umso interessanter wird der Cyberspace. EU-weit hat erst ein knappes Viertel der Haushalte einen schnellen Zugang zum Netz. In Österreich waren es zur Jahreshälfte sogar nur 20 Prozent. Auf Basis dieser Technologie wird das Internet von heute erst möglich: Musikdownloads, Internetfernsehen und -telefonie, bewegte Bilder und schnelle Postzustellung sind heute Realität. Noch aber bewegt sich der Großteil Österreichs am Anfang des neuen Webzeitalters. In den Statistiken hat es bei den Top-3-Tätigkeiten im Netz noch keine Verschiebung gegeben: E-Mails bearbeiten rangiert noch immer auf Platz eins, News lesen und die Suche nach Adressen halten beharrlich die Ränge zwei und drei.

Seinen Stempel hat das Internet den medialen Konsumgewohnheiten aber längst aufgedrückt: Printmedien werden online gelesen, vor allem von den unter 30-Jährigen, Wörterbücher und Enzyklopädien werden mit Mausklick konsultiert, und neue Anwendungen wie die Internettelefonie haben stark steigende Nutzerzahlen. Statistisch gesehen haben vier von zehn Österreichern bereits Onlineshopping gewagt. Im Korb landen in erster Linie noch immer Bücher. Hotelbuchungen, Kleidung und Eintrittskarten liegen an zweiter Stelle in etwa gleichauf.

Die Hitliste der Österreichischen Webanalyse, das Verzeichnis der meistbesuchten Seiten, spiegelt genau dieses Verhalten wider: auf Topplätzen die Nachrichtenportale orf.at und news.at, gefolgt von der Preissuchmaschine geizhals.at und dem Tourismusportal tiscover.at.

Auch wenn es diese Hitliste nicht unbedingt wiedergibt – im Internet wird der Wandel von der reinen Informations- zur Bezugsquelle immer konsequenter vollzogen. Obwohl die Anzahl der heimischen Surfer mit 4,1 Millionen im letzten Jahr stagnierte, nehmen Nutzungsdauer und -häufigkeit zu. Das hat auch der Marketing-, Finanz- und Vertriebsvorstand von Tiscover, Walter Braun, beobachtet: „Angefangen hat es ab 2001 mit der langsamen Verbreitung des Breitbandinternets. Damit einher ging auch der Übergang vom Informieren zum Buchen.“ Der durchschnittliche Tiscover-Kunde ist knapp unter 40, verheiratet, verreist meist zu zweit und fordert von seinem Internetanbieter „immer mehr Convenience“ – neudeutsch für Komfort –, wie Braun es nennt. Die Kunden sind den Umgang im Netz gewohnt und werden in der Folge immer verwöhnter. Heute wollen sie von ihrem Wiener Wohnzimmer aus nicht nur den Skiurlaub in Lech buchen können, sondern auch gleich die Bahnfahrt oder das Mietauto dazu. Nach Möglichkeit alles aus einer Hand, und das tunlichst benutzerfreundlich in der Bedienung.

Das weiß auch Veranstaltungs-Magnat Hannes Jagerhofer, der seit Herbst 2005 mit einem Programm der kleinen Internetfirma TACC große Erfolge feiert: Die unabhängige Flugsuchmaschine checkfelix.at spuckt in weniger als einer Minute die Verbindungen von 180 Airlines aus. Die 200.000 monatlichen Anfragen sind nicht zuletzt auf die vielen kleinen Annehmlichkeiten zurückzuführen, die die Recherche schnell und simpel machen. Falsch geschriebene Destinationen werden automatisch korrigiert, Landkarten helfen bei der geografischen Zuordnung, und der Buchungstag ist mit einem Klick zu ändern. „Jeder Klick weniger ist ein Wettbewerbsvorteil im Internet“, sagt Thomas Zöchbauer von TACC, der das Programm entwickelt hat. Eine Nachricht, die Technologieprofessor Manfred Tscheligi gerne hört und bestätigt: „Viele Seitenbetreiber haben das in den letzten zwei Jahren erkannt und arbeiten an einer Vereinfachung ihrer Portale.“ Im Internet reiht sich ein Shop an den nächsten, der Vergleich ist nirgendwo einfacher als dort. „Der Kunde geht rein ins Geschäft und, wenn die Atmosphäre nicht stimmt, sofort wieder hinaus“, bringt Tscheligi es auf den Punkt.

Eine konsequente Umsetzung in puncto Geschwindigkeit und Service gibt es bei den Discountbrokern. Zeit ist Geld, und deshalb darf bei Wertpapierkäufen kein großer Zeitabstand bei den Kursen und Orders bestehen. Die Wertpapierhändler im Netz zählen zu den Pionieren. Heute handeln Privatanleger wie echte Börsenhändler. Ernst Huber, Chef des größten und ersten heimischen Discountbrokers direktanlage.at: „Das zeigt sich auch bei den Kundenzahlen. Heute haben wir bereits 41.000 Kunden. Dabei liegt das durchschnittliche Neukundenvolumen bei beachtlichen 70.000 bis 75.000 Euro.“ Brokerjet-Chef Robert Ransauer sieht noch riesiges Potenzial im Online-Wertpapiergeschäft: „In Österreich gibt es rund eine Million Wertpapierbesitzer. Wir gehen davon aus, dass erst 200.000 über das Netz Wertpapiere ordern.“

Geschwindigkeit und Service im Internet wissen auch die heimischen Wirtschaftskapitäne zu schätzen. Der Grundtenor beim FORMAT-Rundruf unter heimischen Bossen zeigte dies jedenfalls sehr deutlich. Neben dem seriösen Inhalt wurde immer wieder die „einfache Navigation“, die „einfache Suche“ und „leichte Benutzbarkeit“ betont. Das Leben kann auch in den aufregenden Welten des World Wide Web manchmal sehr simpel sein.

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