Öl: Teure Brühe

Schwarzes Gold ist so teuer wie noch nie. Experten erwarten sogar einen Anstieg des Ölpreises auf über hundert Dollar pro Fass. Bislang waren die Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation gering – doch das könnte sich ändern.

Abdalla El-Badri macht sich Sorgen. Obwohl der Generalsekretär der OPEC beim rasanten Anstieg des Ölpreises auf der Seite der Gewinner steht, ist ihm der überreiche Geldsegen unheimlich: „Der augenblickliche Preis ist Ergebnis von Marktspekulationen und nicht etwa durch ein zu knappes Angebot erklärbar“, weist der Libyer Forderungen nach höheren Förderquoten zurück: „Es gibt keine Unterbrechungen bei den Öllieferungen, und die OPEC wird auf einen höheren Bedarf reagieren und eine ausreichende Versorgung garantieren.“

Die beruhigenden Worte zeigten freilich nicht die gewünschte Wirkung. Diese Woche stieg der Ölpreis erstmals über 90 Dollar je Fass und nahm damit die 100-Dollar-Schallmauer ins Visier. Viele Experten – etwa auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank Norbert Walter – sind davon überzeugt, dass ein dreistelliger Ölpreis nur noch eine Frage der Zeit ist. Aber wie realistisch ist ein weiterer Preissprung tatsächlich, und wie wirken sich die hohen Kurse für das schwarze Gold auf die Konjunktur aus?

Kurzfristig spricht vieles für einen Rückgang des Ölpreises. Betrachtet man rein die Relation von Angebot und Nachfrage, so gibt es keinen wirklichen Engpass. Erst vergangene Woche hat die International Energy Agency (IEA) ihre Prognose für das Verbrauchswachstum 2007 von 1,4 Millionen Barrel/Tag auf 1,2 Millionen nach unten revidiert. Auch die befürchteten Förderausfälle in den USA und Mexiko während der Hurrikansaison sind wegen günstiger Witterung ausgeblieben. Dazu kommt, dass die Reservekapazität der OPEC mit 2,6 Millionen Barrel/Tag höher liegt als 2006 und dank intensiver Investitionen in den vergangenen Jahren noch weiter steigen wird.

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