ÖIAG und Al Jaber erzielen Kompromiss: Scheich akzeptiert Mitverkaufsverpflichtung

Im Streit zwischen ÖIAG und dem Scheich Mohamed Al Jaber zeichnet sich ein Kompromiss ab. Der Scheich müsste sich auf einen Verkauf im Falle einer Privatisierung verpflichten. Die ÖIAG wiederum muss Al Jaber bei Verkauf zumindest 7,10 Euro zahlen. Die Führung behält jedoch die ÖIAG.

Im Streit zwischen der ÖIAG und Scheich Mohamed Al Jaber, der für 150 Millionen Euro 20 Prozent der AUA erwerben will, zeichnet sich ein Kompromiss ab. Nach einer langen Verhandlung gehen beide Seiten davon aus, dass ein Vertrag zustande kommt. Laut einem Bericht im Magazin FORMAT steht auch der große Streitpunkt zwischen ÖIAG und Al Jaber, die so genannte Mitverkaufsverpflichtung, vor einer Lösung. Die besagt, dass Al Jaber seine Anteile ebenfalls verkaufen muss, sollte die ÖIAG irgendwann die AUA privatisieren: egal ob bei gutem Wind oder aus Not. ÖIAG-Chef Peter Michaelis, dessen AUA-Anteil nach Al Jabers Einstieg auf etwa 34 Prozent fällt, besteht auf diese Vertragskluasel, weil ein Verkauf im Fall des Falles sonst erschwert, wenn nicht unmöglich wäre.

Kapitalgarantie für Scheich
Anders könnte Al Jaber nicht akzeptiert werden, sagt ein AUA-Kontrollor gegenüber FORMAT: "Das ist auch die Meinung des Finanzministers. Wird für die AUA ein Exit-Szenario beschlossen wird, dann muss sich Al Jaber möglichst geräuschlos verabschieden". Der gebürtige Saudi wird die Mitverkaufsverpflichtung sehr wahrscheinlich akzeptieren.

Im Gegenzug garantiert die Staatsholding dem Scheich laut FORMAT, dass sie ihm zumindest 7,10 Euro pro AUA-Aktie bezahlt (den Preis, zu dem er sich jetzt einkauft), sollte er von sich aus wieder aussteigen wollen. Es wird aber eine Behaltefrist - rund drei Jahre - vereinbart. Durch diese Aufgriffsverpflichtung der AUA trägt Al Jaber kaum ein Verlustrisiko. Er hat eine so genannte Put-Option für seine AUA-Anteile zum aktuellen Wert - plus eine Art Kapitalgarantie. Nur kann er gegen den Willen der ÖIAG an niemanden anderen veräußern. Wird die Austro-Airline für weniger als 7,10 Euro pro Aktie zum Beispiel an die Lufthansa verkauft, muss die Staatsholding dem Scheich die Differenz ersetzen. "So möchte ich auch wo investieren: Volles Kurspotenzial nach oben und Absicherung nach unten", meint ein Aufsichtsrat der AUA. Man sei dem Investor damit sehr weit entgegengekommen.

Von Beginn an unstrittig waren andere Punkte: Al Jaber muss mit der Hälfte seiner rund 20 Prozent AUA-Aktien dem Österreich-Syndikat beitreten. Die ÖIAG behält die Führung im Syndikat.

Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen FORMAT 10/2008.

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