ÖGB/Bawag: Der letzte Akt

Die Überschuldung des ÖGB ist auch bei drei Milliarden Euro Erlös für die Bawag nicht zu stoppen. Zudem droht ein Finanzstrafverfahren wegen Parteienfinanzierung.

Am 11. Oktober 2006 wird das unglaubliche Desaster verkündet. Der 100-köpfige Bundesvorstand des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) versammelt sich in der Wiener Maria-Theresien-Straße zur lang ersehnten Krisensitzung – das zentrale Thema: die Finanzen des ÖGB.

An diesem Mittwochvormittag wird ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer den versammelten Delegierten nicht nur die horrible ÖGB-Bilanz darlegen, sondern auch hartgesottene Genossen zum Weinen bringen. Denn die präsentierten Zahlen werden für das letzte Bollwerk der Arbeiterbewegung vernichtend sein: Milliardenschwere Kreditzahlungen, vorprogrammierte Liquiditätsengpässe und eine überraschende Steuerprüfung werden laut FORMAT vorliegenden Informationen noch heuer das wirtschaftliche Ende des roten Riesen besiegeln.

Tatsächlich stellt sich die bilanzielle Situation des Gewerkschaftsbundes weitaus dramatischer dar als bislang vermutet. Auch nach einem erhofften Sensationsverkauf der Bawag PSK um drei Milliarden Euro – was dem Höchstgebot der ersten Bieterrunde entspricht – würde der ÖGB auf rund 200 Millionen Euro Schulden sitzen bleiben. Zu viel, um einen ordentlichen Geschäftsbetrieb weiterzuführen.

Dass der Gewerkschaftsbund mit einem gigantischen Schuldenberg ins neue Jahr wechseln wird, geht aus einer internen Modellrechnung auf Basis der untestierten ÖGB-Bilanz 2005 hervor, die FORMAT exklusiv vorliegt. Ausgehend von einem Bawag-Erlös von maximal drei Milliarden Euro, müssen folgende Positionen in Abzug gebracht werden:

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Peter Pelinka

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