Öffnungszeiten: Die Sonntags-Revoluzzer

Ikea unternimmt einen neuen Anlauf zur Ladenöffnung am Sonntag und hat prominente Mitstreiter aus dem österreichischen Handel.

Der frühere Chef von Ikea in Österreich, Per Wendschlag, war stets ein vehementer und lautstarker Verfechter der Ladenöffnung am Sonntag. Wendschlags Nachfolger Urs Meier, seit Jänner 2004 im Amt, hielt sich bislang nobel zurück, obwohl sich punkto Sonntagsliberalisierung hierzulande nichts bewegte.

Nun reißt auch Meier der Geduldsfaden, und es ist wieder der Ikea-Möbelkonzern, der einen weiteren Anlauf in Richtung Einkaufssonntage unternimmt. Mit Wenn und Aber will sich Meier gar nicht mehr lange aufhalten. „Wir wollen künftig an acht bis zehn Sonntagen im Jahr aufsperren, und wir werden im Herbst damit beginnen“, stellt der Handelsmanager unmissverständlich fest: „Schon in den nächsten Tagen starten wir diesbezüglich ein intensives Lobbying.“ Argumente für die Lockerung des Ladenschlussgesetzes fallen Meier zur Genüge ein, gerade nach der Osterweiterung: „In fast allen EU-Ländern kann am Sonntag eingekauft werden. Vor allem in den benachbarten Ostländern halten die Geschäfte sieben Tage die Woche offen und bieten noch dazu preisgünstige Waren an. Wenn wir nicht rasch reagieren, droht uns im Handel ein Kaufkraftabfluss nach Ungarn, Tschechien oder in die Slowakei.“

Slowakische Tesco wirbt in Österreich um Kunden. Tatsächlich gingen gleich nach dem EU-Beitritt viele slowakische Händler in die Offensive. Die dortige Niederlassung des englischen Handelsmultis Tesco warb via Plakatwerbung in Österreich um Kunden. An Wochenenden sind die Parkplätze vor den slowakischen Einkaufszentren voll mit Autos aus Österreich.

Mitstreiter für ihre Anliegen hat die schwedische Möbelkette Ikea genug, vor allem in der eigenen Branche. Konkurrentin Janet Kath, Chefin des Möbelhauses Interio, ist überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Politiker die starren Rahmenbedingungen lockern müssen: „Auch in Udine stehen am Sonntag Österreicher vor den Geschäften Schlange. Gerade der Sonntag ist ein geeigneter Shoppingtag für die Familie.“ Kika/Leiner-Boss Herbert Koch pflichtet bei: „Ich bin ein großer Anhänger davon, einen Sonntag im Monat für die Kunden freizugeben. Dafür sperre ich gerne am Dienstag zu.“ Auch Gabor Rose, Eigentümer des Textilfilialisten Jones, befürchtet „Kaufkraftabfluss nach Bratislava und Ungarn, wenn die Politik weiter untätig bleibt“.

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