ÖBB: Neuer Plan bei der Bahn

Der ÖBB-Aufsichtsrat hat die neue Unternehmensstruktur genehmigt. Den umfassenden Personalabbauplänen des ÖBB-Vorstands steht damit nichts mehr im Weg. Bis 2010 soll jeder vierte Eisenbahner gehen.

Am vergangenen Mittwoch versammelte sich der Aufsichtsrat der Österreichischen Bundesbahnen Holding AG (ÖBB), um einen gesellschaftsrechtlichen Jahrhundertakt zu beschließen: In einer Marathonsitzung wurden siebzehn so genannte Spaltungsverträge besiegelt, die aus dem bisherigen Firmenmoloch Bundesbahn einen modernen Konzern mit vier operativen Einheiten und mehreren darunter organisierten Tochtergesellschaften zaubern sollen. ÖBB-Finanzchef Erich Söllinger: „Damit haben wir die strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um die ÖBB auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.“

In derselben Sitzung präsentierte ÖBB-Holdingchef Martin Huber auch die Grundzüge der neuen ÖBB-Strategie: „Wir haben dem Aufsichtsrat einen Zwischenbericht zur neuen Strategie vorgelegt. Das ist zwar noch nicht der letzte Wurf. Es bewegt sich jedenfalls was, die Stimmung unter den Mitarbeitern wird besser.“

Hubers Worte in Ehren, doch Eisenbahngewerkschafter Wilhelm Haberzettl kann dem ganz und gar nicht zustimmen: „Das große Problem ist, dass der Vorstand keine Strategie hat, daher kann auch keine präsentiert werden. Was uns geboten wird, kann man eigentlich nicht ernst nehmen.“

Der Unmut des Belegschaftsvertreters ist aus seiner Sicht nachvollziehbar. Denn das Strategiepapier befasst sich vor allem mit zwei Themen: Nahverkehr und Personal. Und diese beiden Brocken sind für Haberzettl und Co schon seit langem ein besonders heißes Eisen.

Immerhin werden die ambitionierten Personaleinsparungspläne von Huber & Co jeden Vierten der insgesamt 47.000 ÖBB-Mitarbeiter treffen. Denn bis zum Jahr 2010 sollen rund 12.000 Arbeitsplätze im Konzern abgebaut werden.

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