Ob die EURO sicher wird, ist die falsche Frage

Der Fußball kämpft um seinen Ruf, weil Chaoten nicht nur in Italien die schönste Nebensache der Welt demolieren. Was kommt auf Österreich zu?

Vor einigen Tagen traf ich in einem Wiener Kaffeehaus einen deutschen Verleger, der von mir wissen wollte, warum denn in der Stadt keine Anzeichen der nahenden Fußballeuropameisterschaft zu sehen wären. Mir war das gar nicht aufgefallen. Einigermaßen überfragt konnte ich ihm nur antworten, dass da ja noch einige Zeit wäre bis dahin und dass das schon noch kommen würde. Er schien sich mit meiner etwas matten Antwort zufriedenzugeben, und wir wechselten das Thema.

Offenbar ist es so, ging mir später durch den Kopf, dass das kommende Spektakel hierzulande viele Menschen einigermaßen kalt lässt. Und als treuer Anhänger eines großen Wiener Traditionsklubs kann ich sie verstehen. Diese etwas altmodisch gewordene Spezies kümmert sich wenig um die zum Megaevent verkommene Veranstaltung, lieber leiden wir, Woche für Woche, mit und an unserem Klub.

Aber für uns ist die EURO 2008 ja auch nicht gedacht, konzipiert ist sie, wie alle derartigen Veranstaltungen, für ein Publikum, das Unterhaltung
an sich liebt. Fußball ist da bloß ein Anlass, und unser Nationalteam nur dann von Interesse, wenn es Erfolge vorweisen kann. Interesse breiteren Ausmaßes finden allerdings auch gewaltförmige Ausschreitungen im Fußballkontext, zumal solche, von denen befürchtet wird, dass sie unser friedliches Österreich betreffen können. Folglich soll ich in diesem kurzen Kommentar eine Antwort darauf präsentieren, ob denn auch bei uns – während der EURO 2008 – so etwas wie in Italien passieren könnte.

Ich muss zugeben, dass ich da überfragt bin. Und eigentlich meine ich, dass dies die falsche Frage ist.

Nicht ob es während der Europameisterschaft Fußballausschreitungen geben wird, steht zur Debatte, sondern ob es, dem deutschen Beispiel (dominantes Bild: Entspannte Gastgeber feiern mit bunt gekleideten, friedlichen Gästen ein großes Fest) folgend, gelingen wird, dieses Spektakel medial so zu inszenieren, dass etwaige Gewaltszenen gar nicht sichtbar werden. Ich bin schon sehr gespannt.

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