Nur Minderheit hat Interesse an Sonntagsöffnung

Der Streit um die Sonntagsöffnung ist mehr als ein Ladenhüter: In den Nachbarstaaten im Osten ist der Shopping-Sonntag längst Realität.

„Alle Jahre wieder“ – dieser Titel eines bekanntes Weihnachtsliedes trifft auch auf die Diskussion rund um die Öffnung der Geschäfte an Sonntagen zu. Alle Jahre wird die Vorweihnachtszeit dafür genutzt, über medialen Druck den breiten gesellschaftlichen Konsens gegen eine Ladenöffnung an Sonntagen zu durchbrechen. Dabei ist es eine überschaubare Minderheit, die ein Interesse daran hat.

Das sind zum einen die Betreiber von Einkaufzentren, die sich darüber eine Umsatzsteigerung erhoffen und so die Geschäftsmieten in die Höhe treiben wollen, und es sind große internationale Handelskonzerne, die durch solche Maßnahmen ihre marktbeherrschende Stellung weiter ausbauen wollen. Die Wirtschaftskammer Wien hat selbst erst vor kurzem eine Umfrage veröffentlicht, nach der weder bei den Unternehmern noch bei den Konsumenten eine Ladenöffnung am Sonntag wirklich erwünscht ist.

Als Vertreter der Interessen Hunderttausender Beschäftigter im Handel, mehrheitlich sind das Frauen, stehe ich selbstverständlich hinter den Wünschen der Angestellten nach einer geregelten Freizeit, einem Familienleben und einer Teilhabe am gesellschaftlich-kulturellen Leben am Wochenende. Man gewinnt ohnehin zunehmend den Eindruck, dass in einer Welt des grenzenlosen Konsums die Interessen jener, die für einen reibungslosen Ablauf dieses Konsums gerade in der Vorweihnachtszeit enorm viel leisten, völlig aus dem Blickfeld des öffentlichen Diskurses geraten. Darauf werden wir als Gewerkschaft der Privatangestellten in nächster Zeit noch viel stärker hinweisen. Das Thema Öffnungszeiten ist dabei nur ein Aspekt, es geht auch um Fragen, die in einem modernen Rechtsstaat selbstverständlich sein sollten: Habe ich das Recht auf eine betriebliche Vertretung gegenüber dem Dienstgeber, und wird meine geleistete Arbeitszeit auch tatsächlich in vollem Umfang bezahlt? Unser Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Handel ist letztendlich auch ein Kampf um die Sicherung von Grundrechten und somit der Würde der Beschäftigten im Handel.

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