Niki Lauda sitzt wieder im Cockpit

Mit seinem neuen Konzept einer Billig-Airline nimmt Niki Lauda das Match gegen die Austrian-Gruppe auf. Hochspannung verspricht sein Duell gegen die Lauda Air.

Die Person Niki Lauda übt immer noch ungeheure Strahlkraft aus. Bei der Präsentation seiner neuen Airline drängte sich ein unbekanntes Gesicht in die Journalistenrunde. Endlich durchgekommen, stellte sich der Mann als Pilot vor und drückte Lauda seinen Lebenslauf plus Bewerbung in die Hand. Der unbekannte Kandidat wird auf viele Mitbewerber treffen. „Ich werde von Anfragen alter Lauda-Air-Mitarbeiter überhäuft“, erzählt der umschwärmte Exrennfahrer stolz, der jetzt einen zweiten Start im Fluggeschäft wagt.

Sein klingender Name kam Lauda, 54, auch bei der Übernahme der Aero Lloyd zugute. Er setzte sich gegen den Carrier LTU und einen zweiten deutschen Interessenten durch. Ab sofort gehören Niki Lauda über 75 Prozent von Aero Lloyd Österreich. „Jedenfalls so viel, dass ich dort allein entscheide.“ Den Rest hält vorübergehend die insolvente deutsche Aero Lloyd KG.

Wahrscheinlich schon in der letzten Novemberwoche geht Lauda mit zwei A-320-Jets von Airbus und anfänglich 80 Mitarbeitern in die Luft. Ab Frühjahr 2004 will er vier Flieger einsetzen. Mittelfristig schweben ihm zehn Maschinen vor. Den Namen Aero Lloyd wird er nicht verwenden: „Über einen neuen Namen denke ich intensiv nach. Niki Lloyd geistert herum, ist aber nur ein Witz.“

Millionen aus Nikis privater Schatulle. Die notwendigen Investitionen beziffert der Wiedereinsteiger inklusive des bescheidenen Kaufpreises mit vier bis fünf Millionen Euro. Die Mittel kommen aus Laudas Privatvermögen: kein Kredit, um nicht von Banken abhängig zu sein.

In Österreich kommt es damit jetzt zum höchst pikanten Duell Niki Lauda gegen die Lauda Air: ein beinhartes Match. Denn die Aero Lloyd war bislang vor allem als Charteranbieter aktiv. Und dieses Segment wird hierzulande von der Lauda Air dominiert. Die gesamte Austrian-Gruppe kam 2002 auf klar über 50 Prozent Marktanteil.

Speziell im ersten halben Jahr wird sich die neue Lauda-Firma auf Ferienflüge konzentrieren. In harten Verhandlungen konnten Verträge der Aero Lloyd mit Reiseveranstaltern herübergezogen werden. So sind Thomas Cook und die TUI wieder im Boot.

Bei der Austrian wird bereits vorsichtig überlegt, ob es auf Dauer Sinn macht, die Marke Lauda Air zu halten.

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Interview mit Niki Lauda: „Ich habe als erster Österreicher das Konzept einer richtigen Billig-Airline“
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