"Nicht durch Kompetenz geglänzt": SPÖ will ÖBB-Aufsichtsrats-Chef Reithofer ablösen!

ÖBB-Aufsichtsrats-Präsident Wolfgang Reithofer gerät schwer unter Druck der SPÖ. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe. "In Sachen ÖBB hat Reithofer bisher nicht durch Kompetenz geglänzt", erklärte SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder gegenüber FORMAT. Eder wirft Reithofer zudem geschäftsschädigende Äußerungen vor.

Dieser habe die ÖBB unter anderem als "Geisterbahn, bei der in jeder Ecke ein anderer Blödsinn steht" bezeichnet. "Wir brauchen einen neuen Aufsichtsrat, der dann auch über das operative Führungspersonal entscheiden kann", so der SP-Politiker.

Noch vernichtender ist die Kritik von ÖBB-Betriebsrats-Chef Wilhelm Haberzettl an Reithofer. "Es gibt sicher niemanden, der mehr Verantwortung für den derzeigen schlechten Zustand der ÖBB trägt, als Aufsichtsratspräsident Reithofer", so Haberzettl im Interview mit FORMAT. "Er hat vor allem die derzeitige falsche Struktur zu verantworten, er hat bei den ÖBB selbst eingegriffen und auch die Regierung beraten."

Reithofer, der signalisiert hatte, auch unter einer roten Regierung ÖBB-Oberaufseher bleiben zu wollen, wollte gegenüber FORMAT "politische Aussagen grundsätzlich nicht kommentieren". Im Gespräch mit dem Magazin erklärte er: "Faktum ist, dass die ÖBB heuer ihr EGT verdoppeln, und dass es nächstes Jahr weiter steigt. Die "Geisterbahn"-Aussage schwächt Reithofer ab: "Es stimmt ja, dass man bei den ÖBB ständig mit Überraschungen rechnen muss."

Haberzettel erklärte im FORMAT-Interview zudem, dass das Klima in den ÖBB derzeit so schlecht sei, weil "einige Manager meinen, sich mit Brutalität Respekt verschaffen zu müssen". Vorstand Huber nahm er indirekt in Schutz. Dieser handle nicht selbst, sondern "lässt handeln". Als Scharfmacher nannte Haberzettl Personalchef Franz Nigl und Aufsichtsrat Fredmund Malik.

Wie FORMAT weiter berichtet, konkretisieren sich in der SPÖ als Alternative zur bisher favorisierten Infrastruktur-Holding als Nachfolgegesellschaft der ÖIAG Pläne für eine so genannte Mobilitäts-Holding. ÖBB, Asfinag und die ebenfalls im Besitz der Republik stehende Via Donau (Wasserstraßen-Verwaltung) würden dort eingebracht. Die börsenotierten Staatsbeteiligungen sollen in diesem Modell in eine eigene Holding wandern.

Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!

Christian Keuschnigg, Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen und Leiter des Wirtschaftspolitischen Zentrums in Wien.

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