Neustart mit 50: Warum immer mehr erfahrene Manager Unternehmer werden

Der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Beruf steigt. Deshalb ergreifen immer mehr Graue Panter die letzte Chance auf die eigene Firma.

Schon vor zehn Jahren spielte Stefan Zapotocky mit dem Gedanken, sich selbständig zu machen. Daraus geworden ist damals nichts. Der studierte Mathematiker und vormalige Chef der Wiener Börse (2000 bis 2006) nahm Rücksicht auf seine Familie. Seine drei Kinder waren noch im Haus, außerdem pflegt er ein zeitraubendes und kostenintensives Hobby, das ohnedies viel von seiner schöpferischen Energie in Anspruch nahm: Zapotocky nennt seit seinen Studententagen eine Burg im niederösterreichischen Pielachtal sein Eigen, die er Stein um Stein und Zinne um Zinne instand setzt.

Vor einem Jahr, mit 53, hat er es trotzdem getan: Gemeinsam mit seiner ehemaligen Vorstandskollegin bei der Börse, Barbara Wösner-Sandberg, 33, gründete der frühere Erste-Bank-Manager die Investmentgesellschaft Bast AG. Die will er als privaten Nischenplayer am Kapitalmarkt etablieren. Zapotocky, der erst jüngst Großvater wurde, arbeitet jetzt mehr denn je. Trotzdem ist er mit seiner Entscheidung zufrieden. „Ich wollte immer mein Leben lang arbeiten“, sagt er, „es ist ungemein entspannend, dass es die berufliche Deadline der Pensionierung jetzt nicht mehr für mich gibt.“

Mit der Sturm-und-Drang-Energie juvenilerer Unternehmensgründer kann Zapotocky zwar nicht mehr aufwarten, doch die macht er mit Erfahrung wett. Klassische Jungunternehmerfehler, wie erst einmal ein teures Büro anzumieten und eine Sekretärin einzustellen, um erst hinterher den Business-Plan durchzudenken, macht er nicht mehr. Er baut sein neues Unternehmen auf dem soliden Fundament jahrzehntelanger Berufserfahrung und eines natürlich gewachsenen Netzwerkes auf. Dabei greift der Hobbyorganist zu poetischen Bildern. „Meine Burg“, sagt er, „ist schließlich auch nicht auf Sand, sondern auf Stein gebaut.“

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