Nein: Partnerschaftliche Lösungen sind gefragt

„Am Ende des Weges wird wahrschein­lich ein totales Rauchverbot für ganz Europa stehen.“

Die österreichische Wirtshaus- und Kaffeehauskultur ist seit jeher für ihre Gastlichkeit bekannt und beliebt. Ein wesentlicher Eckpfeiler dieser Beliebtheit ist auch der respektvolle und tolerante Umgang miteinander. Das Wohlbefinden der Gäste und der wirtschaftliche Erfolg der Betriebe haben hier nebeneinander oberste Priorität, und dazu gehört auch ein größtmöglicher Nichtraucherschutz, zu dem sich die Gastronomen bekennen. Jetzt geht es darum, einen Kompromiss zu finden, der sowohl für die Wirte als auch für die Arbeitnehmer und Gäste ein partnerschaft­liches Miteinander ermöglicht und die negativen wirtschaft­lichen und gesellschaftlichen Auswirkungen eines totalen Rauchverbotes berücksichtigt. Die Forderung der SP-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser ist diesem Dialog nicht förderlich, sondern zementiert eine Extremposition ein. Demgegenüber treten wir für eine Lösung ein, die sowohl größtmöglichen Nichtraucherschutz bietet als auch die wirtschaftliche Existenz von Tausenden Betrieben und Arbeitsplätzen sichert. Um Wahlfreiheit zu garantieren, ist es sinnvoll, dass Gastwirte mit einem Gästebereich bis zu 75 m2 frei entscheiden können, ob sie ein Raucher- oder Nichtraucherlokal sein wollen. Größere Lokale sollen sich verpflichten, zumindest 50 Prozent der Plätze für Nichtraucher bereitzustellen. Der Raucherbereich muss selbstverständlich räumlich abgetrennt sein.

Auch die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher bestätigt diesen Weg der rücksichtsvollen Toleranz, denn zwei Drittel sprechen sich in Umfragen vom März 2008 gegen ein striktes Rauchverbot aus. Das führt dazu, dass das Angebot an Nichtraucherlokalen kontinuierlich steigt. Wir sind uns be­wusst, dass am Ende des Weges wahrscheinlich ein totales Rauchverbot für ganz Europa stehen wird. Daher bedarf der Gesundheitsschutz in diesem Zusammenhang sowohl einer gewissen Eigenverantwortung der Bürger als auch einer Horizonterweiterung Schritt für Schritt, um gesellschaftliche Akzeptanz der neuen Regeln zu erreichen, anstatt plötzlich Verbote zu schaffen, die niemand versteht.

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