Mozart füllt die Metropolen

Erste Bilanz der Sommersaison 2006: Während Wien und Salzburg dank Kulturtouristen satte Zuwächse verbuchen, schlittert die klassische Ferienhotellerie tiefer in die Krise.

Wiens Tourismusdirektor Karl Seitlinger war eben erst in der Steiermark auf Urlaub. Diesen Mittwoch kehrte er voll Vorfreude an seinen Arbeitsplatz in der Oberen Augartenstraße 40 zurück. Denn auf seinem Schreibtisch fand er die druckfrische Nächtigungsstudie für den Juli 2006. „Bei uns läuft der Sommer bisher prächtig“, erklärt Seitlinger, und die Zahlen bestätigen das: Im bisherigen Verlauf der Saison – von Mai bis Juli – verzeichnete die Bundeshauptstadt rund 154.000 Übernachtungen mehr als ein Jahr zuvor – ein Zuwachs von 6,1 Prozent. Der Grund: Das Mozartjahr sorgt weltweit für positive Medienberichterstattung mit enormer Werbewirkung.

Von der Faszination des Musikgenies profitiert freilich auch Mozarts Geburtsstadt Salzburg, die wie Wien bei den Gästen mit einem Bündel von Ausstellungen, Konzerten und anderen Kulturevents punktet. Die Zahl der Nächtigungen stieg in Salzburg um beeindruckende zwanzig Prozent. Extrem war etwa die Steigerungsrate bei den Besuchern aus Frankreich: Allein im Juni übernachteten französische Gäste um 32 Prozent öfter in der Mozartstadt als im Juni 2005.

Jubelstimmung ist in der Fremdenverkehrsbranche dennoch nicht angebracht – es ist vielmehr zu bezweifeln, dass die Rekordzahlen der Städte ausreichen, um ganz Österreich touristische Zuwächse zu bescheren. Wien und Salzburg haben selbst beim bisher lausigen Augustwetter kaum Anziehungskraft verloren, doch viele klassische Sommerferiendestinationen rutschen immer tiefer in die Krise.

Gewitterstimmung herrscht etwa am Wörthersee. Die Region leidet seit Jahren unter rückläufigen Nächtigungszahlen. So musste etwa Pörtschach von Mai bis Juli ein Minus von fünf Prozent einstecken, das sind 8.668 Übernachtungen weniger als vor einem Jahr.

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