Möbelbranche: Tutto Bene war gestern

Möbelbranche: Tutto Bene war gestern

Erhard Grossnigg: Der Sanierer legt sich eine zweite Büromöbelfirma zu.

Erhard Grossnigg schlägt wieder zu. Gemeinsam mit Exminister Martin Bartenstein krallt er sich die marode Büromöbelfirma Bene und beendet 225 Jahre Familientradition.

Für die knapp 1.100 Beschäftigten des traditionellen, aber schwer angeschlagenen österreichischen Büromöbelherstellers Bene brachte der 27. März 2015 die erleichternde Nachricht der Rettung ihres Arbeitgebers. Für die Eigentümer der Bene-Aktien brachte er indes die weniger erbauliche Erkenntnis, dass sie froh sein müssen, wenn sie dafür demnächst noch mickrige acht Cent pro Stück kriegen. Dieser Betrag errechnet sich aus den insgesamt zwei Millionen Euro, die der Sanierer Erhard Grossnigg und Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, die künftigen Eigentümer von Bene, den Aktionären zu zahlen bereit sind.

Auch die Gläubigerbanken RBI, Erste Bank, UniCredit und die besonders stark engagierte Oberbank müssen bluten. Der vereinbarte "substanzielle Schuldennachlass" wird auf rund 50 Prozent der etwa 80 Millionen Euro Forderungen geschätzt. Vor zwei Jahren schlugen die Banken ein - attraktiveres - Offert für Bene des US-Konzerns Haworth noch aus, in der Hoffnung auf Besserung der Lage. Die wurde aber enttäuscht. Der Bilanzverlust im Geschäftsjahr 2013/14 betrug 46,4 Millionen Euro.

Bene - an der Börse eine jahrelange Enttäuschung.

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