Modell gescheitert, Regierung murkst herum

Es hagelt Kritik an der derzeitigen Kindergeldregelung. Welche Alternativen gibt es zum umstrittenen Modell?

Es muss zurückgezahlt werden. Nein, es muss nicht zurückgezahlt werden. Nein, nur ein Teil muss zurückgezahlt werden. Die Zuverdienstgrenze muss fallen. An der Zuverdienstgrenze wird festgehalten. Geht gar nicht, die Zuverdienstgrenze ist verfassungswidrig. Die Rückzahlungsbescheide sollen gestoppt werden. Nein, es werden weiter Rückzahlungsbescheide ausgestellt. Eine Generalamnestie muss her. Nein, eine Generalamnestie kann es nicht geben. Eine Amnestie bis Herbst und bis zu einer Gesetzesreparatur ist nötig. Und so weiter und so fort. Was die Regierung in den letzten Wochen rund um die Zuverdienstgrenze geboten hat, spottet jeder Beschreibung. Dumm nur, dass dieses unfreiwillige Kabarettstück auf dem Rücken unzähliger Frauen (und weniger Männer) ausgetragen wird, die genug andere Sorgen haben! Eltern von Kleinkindern sollten ihre Zeit und Energie der Entwicklung ihres Kindes widmen können und nicht der Bürokratie um das Kindergeld hinterherhecheln müssen. Frauen, die sich für die Betreuung ihres Kleinkindes eine Auszeit vom Job genommen haben, sind mit dem Wiedereinstieg in den Job und der Suche nach den mangelhaft vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen genug gefordert und sollten sich nicht auch noch mit der Zuverdienstgrenze abplagen müssen.

Schluss mit dem Gemurkse rund um das Kindergeld und die Zuverdienstgrenze! Das Modell ist von vorne bis hinten gescheitert und muss schleunigst politisch entsorgt werden. Wenn Familienfreundlichkeit und mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt ernst gemeint sind, brauchen wir erstens mehr und bessere Kinderbetreuungsplätze und zweitens ein erwerbsabhängiges Karenzgeld. Nur so gibt es wirklich Anreize für Väterkarenzen, Schutz vor Armut in Kinderbetreuungsphasen und bessere Wiedereinstiegsmöglichkeiten nach der Karenz. Und die leidige Debatte um die Zuverdienstgrenze wäre auch beendet. Die Grünen haben ein Modell dafür bereits vorgelegt. Bleibt abzuwarten, ob die Regierung lieber weitermurkst …

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