Mode aus Österreich: Auf Partnersuche

Österreichische Top-Designer stoßen bei ihren internationalen Expansionsplänen an finanzielle Grenzen. Für viele hat damit die fieberhafte Suche nach Finanzinvestoren begonnen.

Er war der Darling der internationalen Modewelt, zierte die Cover renommierter Lifestylemagazine und scheffelte mit seinen schlichten Entwürfen ein Vermögen. Durch den österreichischen Kultdesigner Helmut Lang gehörte es mit einem Schlag auch für Intellektuelle zum guten Ton, mit Modekenntnissen zu brillieren und in noblen Boutiquen nach dem passenden Stück zu suchen. Doch der Ruhm war von überschaubarer Dauer: 1999 verkaufte Lang sein 1986 in Wien gegründetes Label an Prada. Lang sah in dem italienischen Konzern einen starken Partner, der ihm zum großen internationalen Durchbruch verhelfen sollte. Doch mit seiner Unterschrift verlor er jegliches Mitspracherecht, das Ende seines Lebenswerkes war nach sinkenden Umsätzen besiegelt. „So weit muss es aber nicht kommen“, relativiert Helga Schania dieses unrühmliche Ende Langs. „Investoren sind extrem wichtig, um die Internationalisierung voranzutreiben“, ist die Designerin überzeugt.

Vor acht Jahren gründete Schania, 33, mit ihrem Studienkollegen Hermann Fankhauser, 42, das heute international angesagte Modelabel Wendy & Jim. Seit Jahren sorgen die avantgardistischen Kreationen des Duos auf der Pariser Modewoche für Aufsehen. Doch obwohl es Wendy & Jim in ausgewählten Luxusläden quer durch Europa und Asien gibt, der Markteintritt in den USA geglückt und das Label seit Februar auch im Wiener Fashionstore Park erhältlich ist, blieb der große Durchbruch – und damit der Geldregen – bislang aus. „Ohne Investor ist das nicht zu schaffen“, so Schania. Via Agenten vertreiben die als „radikal und anders“ geltenden Modemacher weltweit ihre hochpreisige Brand. Mit Digitaldrucken versehene T-Shirts beispielsweise kosten über 200 Euro, Anzüge an die 1.500 Euro. Um die Produktionsmenge hinaufzuschrauben, fehlt es allerdings an Eigenkapital. „Eine Modeschau samt Models und Kollektion kostet 50.000 Euro. Auch produzieren wir in Österreich, was die Sache teuer macht“, erzählt Schania. Da bliebe eben kaum Geld für die Internationalisierung.

Norbert Kettner, Geschäftsführer der departure wirtschaft, kunst und kultur gmbh, weiß um die finanziellen Nöte von Österreichs Modemachern. Seit 2003 unterstützt die Fördereinrichtung der Stadt Wien junge Kreative mit insgesamt 3,5 Millionen Euro jährlich. Freilich reicht auch diese ansehnliche Summe nicht. „Investoren wären wünschenswert“, sagt auch Kettner, „allerdings“, betont er, „sollte jemand, der in Mode investiert, auch eine Ahnung davon haben“.

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