Mobilfunk: Kampf um jeden Cent

Im Match der Diskont-Handyfunker yesss! (One) und bob (Mobilkom) zählt jeder Zehntelcent. FORMAT präsentiert die Billiganbieter im Direktvergleich.

Es gibt Hofer und Lidl, es gibt Ryanair und SkyEurope, es gab tele.ring und die anderen. tele.ring, Vorreiter des österreichischen Handydiskonts, konnte mit seiner „Speck-Kampagne“ Hunderttausende Kunden von der Konkurrenz abziehen und den Markt der besonders preissensitiven Kunden „quasi monopolistisch“ besetzen, wie es Josef Mayer, ehemaliger Personalchef von One und heute Boss des Billiganbieters yesss! ausdrückt.

Dem wollte vor allem One nicht länger tatenlos zuschauen und startete am 1. April 2005 mit der Marke yesss! und einer Wertkarte, die praktisch ausschließlich über den Lebensmittelhandel vertrieben wurde. Das war der der Auftakt zur nächsten Preisschlacht: Der geplante 13-Cent-Kampftarif sickerte vor dem Start durch und wurde prompt von tele.ring mit 10 Cent gekontert. Also schickte man yesss! mit 9 Cent ins Rennen. Heute, eineinhalb Jahre später, liegt Mayer mit 500.000 Kunden „weit über Plan“ und erzielt damit eine „saubere Gewinnmarge im einstelligen Bereich“. Doch nun muss sich der einstige Angreifer verstärkt in der Verteidigung üben.

Als die tele2UTA einen 8-Cent-Tarif unter dem Namen „Champion“ mit einem kleinwüchsigen Boxer zu vermarkten begann, begab sich Mayer umgehend in den Ring und machte potenziellen Kunden ein ähnliches Angebot. Seit Ferienbeginn mischt jetzt auch Marktführer Mobilkom, der mit der Umsetzung seines Billigkonzepts lange gezögert hatte, mit der Diskontmarke bob in der Preisschlacht mit. Angesichts des yesss!-Erfolges war man zum Handeln gezwungen und startete mit einem 7-Cent-Minutentarif ohne Grundgebühr, aber einem verpflichtenden Monatsumsatz von 9 Euro. „Betrug, Irreführung!“, tobte die Konkurrenz und deckte bob mit Klagen ein. Die Folgen: Plakate überkleben, Folder ändern.

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