Mit dem Verbot würde ein Grundrecht verwehrt

„Es wäre viel zielführender und zielgerichteter, den Menschen mehr Handykompetenz zu vermitteln.“

Die Entscheidung für ein Handyverbot in öffent­lichen Verkehrsmitteln ist für uns nicht nachvollziehbar und der völlig falsche Weg. Denn damit wird das Handy zum Sündenbock gemacht, die Bevölkerung bevormundet und ein Grundrecht wie Kommunikation verboten. Auch hinsichtlich bereits getätigter wirtschaftlicher Maßnahmen (wie Versorgungsqualität entlang der Bahn) und im Sinne des Sicherheitsaspektes für die Fahrgäste (Schutz in unangenehmen Situationen) ist das Verbot bedenklich. Viel zielführender und zielgerichteter als ein Verbot wäre es, den Menschen mehr Handykompetenz zu vermitteln und sie für das Thema zu sensibilisieren. Die aktuelle Diskussion ist ein gesellschaftliches Thema, fernab des Mobiltelefons. Jeder von uns kann dazu beitragen, diese Diskussion positiv zu beeinflussen, indem er die natürlichen Umgangsformen des Miteinanders einhält: Das Forum Mobilkommunikation hat dazu die Top-Ten-Tipps entworfen (www.fmk.at/content. php?id=150): In der Öffentlichkeit und in Bus oder Bahn nicht lauter sprechen als nötig. In Kino, Konzert, Schule, Kirche, Spital usw. das Handy lautlos stellen.

Das Handy sollte immer dabei sein, um im Fall der Fälle Hilfe herbeirufen zu können. Egal ob im Gespräch, in der SMS oder in der Videobotschaft: auf höfliche Umgangsformen achten. Andere Menschen dürfen nicht ohne deren Einwilligung fotografiert oder gefilmt werden, das gilt auch für das Aufzeichnen von Gesprächen. Gewalttätige und pornografische Inhalte gehören nicht auf das Handy von Kindern und Jugendlichen, sie sind besonders zu schützen. Den Klingelton leiser stellen und keine schrillen Melodien und provokanten Sprüche verwenden, alternativ kann auch der Vibrationsalarm aktiviert werden. Mehr Rücksicht! Neun von zehn Österreicherinnen und Österreichern haben ein Handy, und wir sollten gemeinsam ver­suchen, im täglichen Leben mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen.

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