Mister Superfund unter Druck

Die deutsche Bankenaufsicht stoppt Senkrechtstarter Superfund, auch in Österreich wird untersucht. 50.000 Superfund-Anleger sorgen sich zunehmend um ihr Investment.

Jahrelang war Superfund-Chef Christian Baha vom Glück verfolgt. Der gelernte Polizist brachte es mit seiner Futurefondsfirma Quadriga innerhalb von nur acht Jahren auf ein Privatvermögen von rund 200 Millionen Euro, die er dank seines Wohnsitzes in Monaco auch nicht mit dem Fiskus teilen muss. Quelle seines Reichtums ist ein ausgeklügeltes Computerprogramm, das künftige Kurstrends an Börsen und Rohstoffmärkten errechnet und so in acht Jahren ein Plus von 415 Prozent erzielte. Doch jetzt hat Baha die Fortüne verlassen. Weil die mittlerweile unter der Marke Superfund verkauften Produkte ins Visier der deutschen Bankenaufsicht gerieten, musste Baha deren Vertrieb in Deutschland stoppen. Auch in Österreich nimmt die Finanzmarktaufsicht das Baha-Geschäftsmodell unter die Lupe. Und sein Computer hat auch schon bessere Tage erlebt. Die drei im Herbst 2003 gestarteten Superfunds sind um bis zu 38,5 Prozent abgestürzt. Vor allem Anleger, die ab März 2004 einstiegen, haben vorderhand mächtig Geld verloren. Nur die älteren Quadriga-Produkte erfreuen sich immer noch einer lukrativen Gesamtperformance.

Fehlende Bankenkonzession. Das akuteste Problem ist der Ärger mit dem deutschen Finanzaufsichtsamt BaFin, das von Quadriga eine Bankenkonzession verlangt. BaFin-Sprecherin Sabine Reimer: „Ohne eine entsprechende Zulassung betreibt Quadriga unerlaubte Geschäfte.“ Auf Druck des BaFin stellte Baha deshalb den Vertrieb der Superfunds per sofort ein – und entging damit noch schlimmeren Sanktionen wie etwa dem Zwang, sämtlichen deutschen Anlegern ihr Geld sofort zurückzuzahlen. Das wäre der Super-GAU: Immerhin ein Fünftel der rund 1,25 Milliarden Euro, die in den verschiedenen Baha-Fonds liegen, gehören deutschen Anlegern. Zum Imageschaden wären noch handfeste finanzielle Verluste gekommen: Von jedem investierten Euro kassiert Bahas Firma nämlich im Schnitt zwölf Prozent Spesen im Jahr. Dazu kommt bei steigenden Kursen noch eine Erfolgsbeteiligung von bis zu 35 Prozent.

Quadriga-Chef Baha wehrt sich gegen die Vorwürfe des deutschen BaFin: „Wir haben zu keinem Zeitpunkt gegen deutsches Recht verstoßen. Das wird uns auch in zwei aktuellen Gutachten be-stätigt.“ BaFin-Sprecherin Reimer signalisiert trotzdem keine Bereitschaft, klein beizugeben: „So wie bisher geht es hier einfach nicht. Das ganze Geschäftskonzept muss von Quadriga neu überlegt werden.“ Um einen jahrelangen Rechtsstreit zu vermeiden, will Baha notgedrungen ab September mit neuen Produkten auf den deutschen Markt kommen.

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PLUS: Alle drei Superfunds sind deutlich ins Minus gerutscht
PLUS: Baha im FORMAT-Interview: „Nie gegen deutsches Recht verstoßen“

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