Missbrauch darf kein Bagatelldelikt sein

„Missbrauch muss als das bezeichnet werden, was es ist: ein breites gesellschaftliches Phänomen.“

Der Fall Josef F. übersteigt unsere Vorstellungskraft. Er übertrifft alles, was in Österreich je an die Öffentlichkeit gekommen ist. Wir alle sind entsetzt. Doch Entsetzen über den Einzelfall ist nicht genug, denn Miss­brauch geschieht täglich, hundertfach, tausendfach. In Europa wird seriösen Schätzungen zufolge jedes vierte Mädchen und jeder achte Bub missbraucht. Missbrauch muss daher als das bezeichnet werden, was es ist: ein breites gesellschaftliches ­Phänomen. Rund 200 jährlich in Österreich Verurteilten steht eine vielfach höhere Zahl an Tätern gegenüber, die ihre Opfer ungestraft weiterquälen. Hier und jetzt und heute. Wir wissen mittlerweile, dass der Ort des Verbrechens meist die Familie ist – 90 Prozent aller Täter kommen aus dem engeren und weiteren Familien­umfeld. Wir wissen weiters, dass sexuelle Übergriffe meist strategisch geplant und umgesetzt werden. Und wir wissen auch, dass das Umfeld oft wegsieht – oder zumindest nicht sensibel genug auf Vermutungen und Beobachtungen reagiert. Das Unaussprechliche will oft auch nicht gesehen werden. Wir müssen aber hin­sehen – und Täter als Täter benennen, gleich ob sie auch Ehemänner, Brüder oder Väter sind. Wir müssen aufhören, Missbrauch als Bagatelldelikt anzusehen. Wir müssen Frauen unterstützen und ihnen Mut machen, sich gegen gewalthafte Männer zu wehren; auch im offiziellen Familienleben des Josef F. waren Gewalt und Einschüchterung wirkungsvolle Waffen der Verschleierung.

Wir müssen die Tätersuche und -analyse vertiefen, Behörden vernetzen und Strafregistereinträge evident halten. Wir müssen Verurteilte nach Risikogruppen („Wiederholungsbereitschaft“) und Deliktschwere klassifizieren, ihre Entlassung an systematische Begutachtungsprozesse binden und sie auch nach ihrer Entlassung zu vertiefenden Therapien verpflichten. Und wir müssen uns einge­stehen, dass es auch therapieresistente Männer gibt. Mit ihrer (un)bewussten Verweigerung, die therapeutische Hilfe unserer Gesellschaft anzunehmen, stellen sie eine permanente Gefährdung unserer Kinder und Jugendlichen dar, und die Frage einer Sicherheitsverwahrung über die Dauer der Strafe hinaus wird akut. Hinsehen – benennen – verändern, das ist der einzig richtige Weg.

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