Milliardenoffensive auf Schiene & Straße:
ÖBB & Asfinag rüsten Österreich kräftig auf

Asfinag und ÖBB investieren in den kommenden Jahren Milliarden Euro in den Ausbau und die Erneuerung von Bahnhöfen, Straßen, Tunnels und Zugstrecken. FORMAT zeigt auf, wie sich das Land dadurch verändern wird.

Im oberösterreichischen Unterweitersdorf präsentierten Vertreter der Landesregierung und der Autobahn- und Schnellstraßenfinanzierungs AG (Asfinag) den Stand der Planungen für die Mühlviertler Schnellstraße. Bis 2015 soll um rund 690 Millionen Euro die S10 bis zum Grenzübergang Wullowitz nach Tschechien errichtet werden. Zur selben Zeit trat in Graz der steirische Landeshauptmann Franz Voves gemeinsam mit ÖBB-Chef Peter Klugar vor die Kameras. Die beiden zelebrierten den Baustart des zukünftigen Verkehrsknotens Graz Hauptbahnhof. Bis 2016 sollen rund 160 Millionen Euro in Gleisanlagen, Serviceeinrichtungen und Bahnsteige gepumpt werden.

Insgesamt fließen in Österreich bis 2014 laut Rahmenplan des Infrastrukturministeriums satte 22,5 Milliarden Euro in den Ausbau von Schienen, Straßen, Tunnels und Bahnhöfen. Darin enthalten sind auch 900 Millionen Euro zur Ankurbelung der Konjunktur. Asfinag und ÖBB verfügen daher über ein Bauprogramm, das sich sehen lassen kann: Neben S10 und dem neuen Grazer Hauptbahnhof sollen unter anderem die Nordautobahn A5, der Lainzer Tunnel, eine neue Donaubrücke in Linz und der Wiener Hauptbahnhof vorangetrieben werden

„Es ist gut investiertes Geld, weil Werte und Beschäftigung geschaffen werden“, begründet Infrastrukturministerin Doris Bures. Mit den geplanten Investitionen, so Bures, werde jährlich 50.000 Menschen Arbeit gegeben. Asfinag-Vorstand Alois Schedl ergänzt: „Wir wollen die Lücken im Straßennetz schließen“.

Bahngleise der Monarchie sind bald Vergangenheit
Beim Bahnnetz werden primär jene Streckenabschnitte erneuert, die noch vor dem Ersten Weltkrieg errichtet wurden. „Aus den Gleisen der Monarchie machen wir Bahnstrecken des 21. Jahrhunderts“, sagt Bures. Vorrangige Strecken sind etwa der weitere viergleisige Ausbau der Westbahn sowie die Unterinntalstrecke und etliche Investitionen auf der Südbahn. Auch ein ganzes Duzend Bahnhöfe wird erneuert oder komplett neu errichtet. Der Großteil der für die ÖBB veranschlagten gut 14 Milliarden Euro ist aber für große Tunnelprojekte wie etwa den Semmering-Basistunnel, den Lainzer Tunnel und die Koralm in Kärnten vorgesehen.

Die Asfinag hingegen, die bis 2014 rund neun Milliarden Euro in den Neu- und Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen investiert, setzt ihren Schwerpunkt in Ostösterreich, wie etwa bei der Nordautobahn, der A5. Das erste Teilstück wird bereits 2010 in Betrieb gehen, die nördlichen Abschnitte bis zur Staatsgrenze sollen bis 2013 fertig sein. Auf dem Programm stehen außerdem große Sanierungen wie auf der A1 und der Wiener Südosttangente (A23) und der Neubau der Marchfeld-Schnellstraße.

Ob die Milliardensummen für den Straßen- und Schienenbau auch langfristig wirtschaftlich sind und tatsächlich die gewünschten Zukunftsimpulse geben werden, bleibt abzuwarten. Die Opposition, wie zum Beispiel die Grünen, spricht schon jetzt von einer falschen und für Mensch und Umwelt teuren „Beton-Politik“.

Details zum Projekt Außenring-Schnellstraße lesen Sie im FORMAT 23/09!

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