Milliarden suchen ein Zuhause

Immobilienaktien boomen. Die Unternehmen holen Milliarden über die Börse. Anleger sollten aber nicht nur Rendite-Chancen, sondern auch das Risiko im Auge behalten.

Klotzen statt kleckern lautet derzeit das Motto bei den österreichischen Immobilienaktien. Die Immoeast will rund drei Milliarden Euro von der Börse holen und damit noch die Rekord-Kapitalerhöhung der Erste Bank toppen. Meinl European Land will vorerst 921 Millionen Euro frisches Geld und plant für heuer bereits weitere Kapitalerhöhungen. Und bei der CA Immo scharrt man schon in den Startlöchern und will das Immobilienvermögen in drei Jahren von 1,1 auf fünf Milliarden vergrößern. Francis Lustig, Sprecher der Meinl European Land, spricht schon von einem Macho-Rennen um die höchste Kapitalerhöhung.

Immogesellschaften im Goldrausch. Die fix geplanten vier Milliarden Euro frisches Geld sind um 500 Millionen mehr, als sich die gesamte Branche 2005 geholt hatte – und jetzt ist erst Februar. 2004 war es eine runde Milliarde, und 2003 waren es „bescheidene“ 500 Millionen Euro. Zunehmend stellt sich die Frage, ob es sich hierbei um einen Boom oder eine Blase handelt.

Georg Muzikant, Junior-Chef der Wiener Immobilienmaklers Colliers Columbus: „Ich frage mich, wie lange das noch gut gehen kann. So viel Geld lässt sich nur mit erhöhtem Risiko im Osten investieren.“ Ben Bannatyne, Experte für Zentraleuropa beim Makler Jones Lang LaSalle: „Waren es in den ersten Jahren Immobilien in guten Lagen, in denen investiert wurde, so gehen die Unternehmen jetzt verstärkt in die Immobilienentwicklung.“ Das bedeutet zwar höhere Renditen, aber auch das Risiko steigt. Günter Artner, Analyst der Erste Bank: „Es lässt sich eben nicht genau absehen, ob eine Immobilie, die auf die grüne Wiese gesetzt wird, sich wirklich lohnt oder floppt.“

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