Milliarden-Biz: Am 12. Juni beginnt die Fußball-EM

Tropische Gärten, mehrere Swimmingpools, Zimmer mit Blick auf den Atlantik, sechs Golfplätze innerhalb von drei Kilometern. Eingebettet in ein kleines Tal liegt das Ria Park Garden Hotel und erinnert mehr an eine kleine Stadt als an eine Hotelanlage. Zwischen 120 und 210 Euro kostet ein Doppelzimmer, je nach Kategorie und Saison, so steht es im Prospekt. Letzten Sommer kamen die Deutschen an die Algarve, ließen sich von Hoteldirektor João Costa durch die Anlage chauffieren und buchten gleich einen ganzen Gebäudekomplex mit insgesamt 109 Zimmern; vom 12. Juni bis zum 4. Juli. Kosten: eine Million Euro.

Während der Fußballeuropameisterschaft werden DFB-Teamchef Rudi Völler, zweiundzwanzig gut bezahlte Kicker und ein ganzer Stab an Betreuern in den Ria Park ziehen. Leisten kann sich das der Deutsche Fußballbund locker: 4,9 Millionen Euro überweist der Veranstalter UEFA jedem der 16 Teilnehmer nur für die Teilnahme, je nach Turniererfolg kommen noch zusätzliche Millionen dazu: Fürs Viertelfinale winken 1,96 Millionen, der Europameister kassiert 6,53 Millionen – und das für maximal 540 Minuten auf dem grünen Rasen.

Milliardengeschäft Euro 2004. 31 Spiele, 1,2 Millionen Zuschauer in den Stadien, alles in allem sieben Milliarden vor den Fernsehgeräten (Angaben des Veranstalters Uefa). 25 Millionen Zugriffe auf die offizielle Euro-2004-Homepage werden erwartet. Das Geschäft mit dem Fußball boomt wie nie zuvor, nicht nur für die Spieler. Die Europameisterschaft, nach Olympischen Spielen und der Fußball-WM immerhin der drittgrößte Sportevent der Welt, ist zu einem Megageschäft geworden – das macht ein kurzer Blick auf die Bilanz der Veranstalter deutlich.

Die Einnahmen: 815 Millionen Euro verdient die UEFA. Knapp 300 Millionen davon zahlen Sponsoren wie Canon, Carlsberg, Coca-Cola, JVC, Hyundai, MasterCard, McDonald’s oder T-Mobile. 520 Millionen bringt der Verkauf der internationalen Fernsehrechte.

Die Ausgaben: Die Abwicklung des Turniers samt Vorbereitung und Sicherheitsvorkehrungen verschlingt gut 400 Millionen Euro, 130 Millionen werden an die 16 teilnehmenden Nationen als Preisgeld ausgeschüttet, 260 Millionen überweist die UEFA an ihre 52 Mitgliedsverbände im Laufe der nächsten vier Jahre – zur Überbrückung bis zur nächsten EM in Österreich und der Schweiz.

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