Meister der Moleküle

FORMAT-Gourmetkritiker Herbert Hacker besuchte das angeblich beste Restaurant der Welt: das Fat Duck nahe London, wo Heston Blumenthal seine schrägen Laborkreationen auftischt.

Das kleine, malerisch gelegene Bray an der Themse ist ein Ort, der britischer nicht sein kann. Dort leben überaus betuchte Menschen, die Dichte an Butlern und großen Limousinen ist in England nirgendwo größer. Wer sich in Bray nicht stilgerecht räuspert, wird schief angesehen, hier geht niemand nur einfach spazieren, hier schreitet man von einem Punkt zum anderen. Und Bray hat gleich zwei Restaurants mit drei Michelin-Sternen: das Waterside Inn, ein Restaurant nach französischer Art, in dem Altmeister Michel Roux Grand Cuisine zelebriert, und das Fat Duck, die eigentliche Sensation des Ortes. Denn das Fat Duck, in dem Heston Blumenthal der so genannten Molekularküche frönt, gilt momentan als das beste Restaurant der Welt.

Wie bitte? Ausgerechnet ein Restaurant in England soll das beste der Welt sein? Das hört sich zunächst wie eine „fette Zeitungsente“ an. Wie kommt es dazu? Ganz einfach. Das weitgehend unbekannte britische Fachblatt „Restaurant Magazine“ befragte rund 600 weit gereiste Experten, welche ihrer Meinung nach derzeit die besten 50 Restaurants der Welt seien. Herausgekommen ist eine Liste mit vielen großen Namen und einem Sieger namens Heston Blumenthal, Besitzer und Küchenchef des Fat Duck in Bray.

Dieses Ranking wurde dann im Frühjahr von der britischen Tageszeitung „The Guardian“ einer breiteren Öffentlichkeit zugeführt. Der Artikel wiederum sorgte weltweit für Aufsehen, wurde Hunderte Male kommentiert. Seither ist in dem verschlafenen Ort Bray nichts mehr, wie es früher war. Jetzt wollen alle in die Fette Ente, wollen sehen, wie es dort aussieht, was es dort so Sagenhaftes zu essen gibt. Köche, Kritiker und sensationsgierige Esser aus allen Ecken der Welt strömen scharenweise nach Bray. Weshalb im Fat Duck die Telefonleitung glüht. Wer einen Tisch bestellen will, kommt zunächst auf ein Endlosband, kann seine Nummer deponieren und hoffen, dass er irgendwann in den nächsten Wochen zurückgerufen wird. Doch ob er dann gleich einen Tisch bekommt, ist keineswegs sicher. „Wir haben eben nur 45 Plätze“, sagt Blumenthal und lächelt wie ein Popstar, dessen Konzerte regelmäßig ausverkauft sind.

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