Meinl hebt ab

Julius Meinl bringt die Gesellschaft Meinl Airports International an die Wiener Börse. Mit geplanten 500 Millionen Euro Erlös will er Flughäfen kaufen.

Die Geschäftsidee kam Julius Meinl V. beim Fliegen. Immer wieder steuert der Banker mit dem Firmenjet Destinationen in Osteuropa an, wo er für die Immobilienfirma Meinl European Land (MEL) Einkaufszentren besichtigt und erwirbt. Der 47-Jährige besitzt selbst mehrere Fluglizenzen und sitzt oft persönlich im Cockpit einer Hawker. Bei seinen Reisen beobachtete Vielflieger Meinl, dass die osteuropäischen und russischen Airports teilweise schäbig und klein sind, obwohl das Passagieraufkommen ständig wächst. „Ich erkannte, dass Flughäfen eine lukrative Investitionsmöglichkeit sind“, sagt er.

Das war vor zwei Jahren. Vor zwölf Monaten gründete Meinl mit seiner Meinl Bank eine neue Gesellschaft: Die Meinl Airports International mit Sitz in Jersey auf den Channel Islands: Beteiligungen an osteuropäischen Flughäfen. Jetzt bringt Meinl die Gesellschaft an die Wiener Börse, um für das Flughafen-Unternehmen Kapital zu beschaffen. Geplanter Emissionserlös: 500 Millionen Euro. Mit dem Geld gehen sich fünf bis acht Übernahmen aus. Anvisiert werden nicht Hauptstädte wie Prag oder Budapest, sondern provinziellere Städte mit weniger klingenden Namen. Julius Meinl: „Alle Airports, die ein Entwicklungspotenzial haben, kommen für uns infrage. Auch russische Flughäfen interessieren uns.“

Meinl selbst übernimmt in der Gesellschaft keine Funktion. Die Company zahlt an ihn für die Nutzung des Namens, und die Meinl Bank fungiert als Emissionsbank. Die Details des Börsengangs: Die Angebotsfrist für die 49,9 Millionen Stück Aktien des neuen Airport-Betreibers läuft zwischen 11. und 27. April. Der Kaufpreis wurde mit dem Wert der Nominale, 10 Euro pro Stück, festgelegt. Am 30. April wird das Wertpapier zum Handel freigegeben. Der Streubesitz soll hundert Prozent betragen. Experten sehen ein positives Umfeld für den Börsengang. Bernd Mauerer, Aktienanalyst bei der Centrobank: „Flughafenaktien sind in den vergangenen Jahren gut gegangen.“

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