Mehr Verantwortung, weniger Hochglanzmedizin

Zwei Topmediziner sorgten mit ihrem medialen Werbefeldzug für ein „Wundermittel“ gegen Krebs für Aufregung. Einer von ihnen, Johannes Huber, stellt sich Kritikern.

Österreich verfügt über eines der weltweit besten Gesundheitssysteme. Hier können sich Patientinnen und Patienten darauf verlassen, in öffentlichen Spitälern die für sie bestgeeignete und modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechende Therapie zu erhalten – und zwar unabhängig von Einkommen, Geschlecht, Herkunft oder Alter. Im Gegensatz zu anderen, auch europäischen Ländern bekommen in Österreich auch sehr betagte PatientInnen Transplantate, wenn dies medizinisch indiziert ist.

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen. Krank zu werden oder zu sein ist mit großen Ängsten und Leid verbunden. Umso sensibler und verantwortungsvoller muss öffentliche Kommunikation über medizinische Themen erfolgen. Medizin und offensives Marketing nach den allgemeinen Spielregeln völlig liberalisierter Märkte vertragen sich nicht gut.

Im Sinne mündiger und aufgeklärter Patientinnen und Patienten brauchen wir verantwortungsvolle, möglichst objektivierte, umfassende und transparente Information über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Therapien, deren Erfolgschancen und Risiken. Dies erfolgt im Idealfall auch im direkten Kontakt zwischen ÄrztInnen und PatientInnen.

Wirtschaftliche Interessen und das Streben nach Gewinnmaximierung pharmazeutischer Unternehmen dürfen hier nicht dominieren. Absolut abzulehnen ist die bewusste Verschleierung wirtschaftlicher Interessen unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Information. Gerade im Bereich der Medizin muss ein Maximum an Transparenz herrschen. Alles, was zur Verunsicherung von PatientInnen führt, ist zu unterlassen. Allzu leicht werden falsche Hoffnungen geweckt, Ängste geschürt und das Vertrauen von Menschen in die Medizin missbraucht. Mehr Verantwortungsbewusstsein aller am Medizin- und Pharmabetrieb Beteiligten und weniger Hochglanzmedizin wären jedenfalls den Interessen der Patientinnen und Patienten dienlich.

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