Mehr Maßnahmen am Arbeitsmarkt notwendig

„Der viel zitierte Fachkräftemangel ist zum Teil haus­gemacht.“

Die Prognosen über die Entwicklung des Arbeitsmarktes lassen befürchten, dass die Arbeitslosigkeit in absehbarer Zeit nicht mehr sinken wird. Gerade bei den Problemfeldern muss daher etwas getan werden: Die Mittel zur Bekämpfung der Jugendarbeits­losigkeit müssen ausgeweitet und das überfällige Maßnahmenpaket für ältere ArbeitnehmerInnen muss umgesetzt werden. Angezeigt ist auch ein Ende der Bartenstein-Politik der schrankenlosen Arbeitsmarktöffnung.

Deutschland macht es vor: Dort wird primär auf Aus- und Weiterbildung inländischer Fach­kräfte, auf konkrete Maß­nahmen zur Erhöhung und Erhaltung der Erwerbs­beteiligung älterer Menschen und Frauen sowie die Qualifizierung bereits in Deutschland lebender Menschen mit ­Migrationshintergrund gesetzt. Der viel zitierte Fachkräftemangel ist zum Teil hausgemacht und kann auch mit dem österreichischen Arbeitskräftepotenzial entschärft werden. Dazu muss die Qualifizierungsoffensive des AMS ausgebaut werden. Auch die UnternehmerInnen müssen ihren Beitrag leisten und mit den Lehrlingen von heute ihre Fachkräfte von morgen ausbilden.
Deutschland kann uns auch in anderer Hinsicht Vorbild sein: Nach Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping wird der Arbeitsmarkt nur sehr begrenzt geöffnet. Auch wir müssen die Schutzfrist für den österreichischen Arbeitsmarkt bis Mai 2011 verlängern und bis dahin die Arbeitsmarktöffnung nur verträglich und schrittweise vornehmen.

Kommentar
Oliver Greiner, Strategieberater bei Horváth & Partners.

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