Mehr Kindergeld bei geringerer Arbeitszeit

Es hagelt Kritik an der derzeitigen Kindergeldregelung. Welche Alternativen gibt es zum umstrittenen Modell?

Die Diskussion der letzten Wochen hat uns klar vor Augen geführt: Die Zuverdienstgrenze hat nur VerliererInnen hervorgebracht. Diejenigen, die auf das Wort von Ex-Minister Haupt vertraut haben, es werde weder kontrolliert noch sanktioniert. Diejenigen, die aufgrund der enormen Komplexität der Regelung nicht wussten, wie sie ihr Einkommen gestalten sollen. Und diejenigen, die sich an die Zuverdienstgrenze gehalten haben und nun glauben, die Dummen zu sein. Wir werden diesen Murks der alten Regierung heute nicht mehr gerecht lösen können. Wir können für die Vergangenheit leider nur mehr Schadensbegrenzung üben.

Umso wichtiger ist eine praktikable und nachvollziehbare Regelung für die Zukunft, die wir im Zuge der Flexibilisierung des Kindergeldes, die es den Eltern erleichtern wird, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, schaffen sollten. Deshalb schlage ich vor, nicht das Einkommen unter Berücksichtigung der Sonderzahlungen, der unterschiedlichen Besteuerung der Zulagen und der Aliquotierung der Jahresgrenze zu begrenzen, sondern ganz einfach die Arbeitszeit: Wer seine Arbeitszeit reduziert, um Zeit für das Kind zu haben, soll Kinderbetreuungsgeld beziehen können.

Die Idee der Arbeitszeitgrenze findet schon jetzt großen Anklang. Sie wird übrigens auch von Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Gewerkschaftsbund, Landwirtschaftskammer und Industriellenvereinigung einhellig unterstützt. Kein Wunder, denn das Modell besticht: Es birgt keine Fallstricke wie die Geldgrenze in sich – eine Stundenanzahl ist ohne komplizierte Berechnungsmethoden einzuhalten – und ist leicht zu kontrollieren. Eine Arbeitszeitbestätigung durch den Arbeitgeber reicht aus. Und ganz besonders gefällt mir dabei, dass eine Arbeitszeitreduktion mehr Vätern als bisher die Chance geben würde, einige Monate Zeit mit ihrem Kind verbringen zu können. Denn bisher war es oft die Zuverdienstgrenze, die einen Vater aufgrund seines oft höheren Einkommens daran hinderte, in Karenz zu gehen.

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