Mehr Erfolg durch Gehirn-Jogging

Pädagogen und Neurologen fanden heraus, wie man sein Gedächtnis optimal trainieren kann. Dazu: Der Brain-Test von FORMAT.

Nicht wenige Stammgäste sind erst einmal stutzig, wenn sie im Hotel Kaiserhof von allen Bediensteten mit dem richtigen Namen begrüßt werden. Vom Stubenmädchen und Kellner bis zum Hotelmanager – seit Anfang April sind Herr und Frau Wagner, die hier seit Jahren regelmäßig absteigen, für sie keine Nonames mehr. Anfang April hat Hoteldirektorin Andrea Fuchs ihren Mitarbeitern nämlich ein gemeinsames Gedächtnistraining-Seminar verordnet. Seither hat jeder Einzelne sich für das elegante Ehepaar mit dem Allerweltsnamen eine passende Eselsbrücke zurechtgelegt.

Noch bevor die Wagners vor dem Hotel Kaiserhof im dunkelblauen BMW vorfahren, weiß der Portier bereits, mit wem er die Ehre hat – seitdem er sich Namen mit System merkt, assoziiert er die Wagners mit ihrem tollen Wagen. Der Oberkellner verbindet die Stammgäste hingegen mit einer weniger schmeichelhaften Beobachtung: Beide sind nicht mehr ganz gertenschlank, weshalb es ihnen wohl anstünde, sich ab und zu auf die Waage zu stellen. Klarerweise stimmt – seit
der Kellner sich der beiden Namen eingeprägt hat – auch das Trinkgeld der Wagners.

„Viele meiner Mitarbeiter waren anfangs skeptisch, wozu sie ihr Gedächtnis trainieren sollten“, erzählt Kaiserhof-Chefin Andrea Fuchs. Nach dem Seminar bei Gedächtniscoach Luise M. Sommer steht allerdings für alle außer Zweifel, dass sich systematisches Memorieren positiv auf den Alltag auswirkt.

Dem Gegenüber signalisieren, dass man es für bemerkenswert hält. „Fast jedem fällt es schwer, sich im Berufsleben Namen und Gesichter zu merken, die ihm vielleicht nur ein einziges Mal untergekommen sind“, weiß die Pädagogin und Bestsellerautorin Luise M. Sommer. „Wenn wir unseren Mitmenschen allerdings mit der nötigen Aufmerksamkeit begegnen, dann ist es keine Hexerei, sich Unmengen an Namen, Gesichtern, aber auch Zahlen und Handynummern zu merken.“ Sommer weiß, wovon sie spricht. Erst im vergangenen November hat die zweifache Gedächtnismeisterin und Guinness-Rekordhalterin ihren persönlichen Rekord im Namen-Merken getoppt: Binnen 15 Minuten gelang es ihr, 151 Namen den richtigen Gesichtern zuzuordnen.

Denken in Bildern bringt uns zu unglaublichen Gedächtnisleistungen. Das Geheimnis hinter dieser beeindruckenden Gedächtnisleistung basiert auf einer Fähigkeit, die bei allen Menschen – wenn auch nicht gleich stark – ausgebildet ist: dem Denken in Bildern. „Das Auge ist wie das Ohr ein Sinnesorgan, das in Paarform auftritt. Eindrücke werden mehrdimensional wie Polaroidfotos abgespeichert und im Gehirn abgelegt“, erklärt Sascha Bernhaut, Neurologe an der Wiener Privatklinik Döbling. Wer also systematisch Bilder, auch fiktive, abspeichert, arbeitet seinem Gehirn zu, ohne sich wirklich anstrengen zu müssen – und verbessert so im Alltag und ohne Mehraufwand seine Gedächtnisfähigkeit. Trainerin Luise M. Sommer hat diese Erkenntnis auf eine plakative Formel gebracht: BMV. Was so viel bedeutet wie Bilder mit Merkmalen verknüpfen.

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PLUS: Neurologe Bernhaut über die Memotechniken.
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