Markus Langes-Swarovski - Kronprinz der Kristalle

Markus Langes-Swarovski, 29, wird als neuer Chef des Kristallclans aufgebaut. Der Oscar-Wilde-Fan gilt bei den Eigentümerfamilien als Integrationsfigur. Im ersten großen Interview spricht MLS über sich und seine Pläne.

Eigentlich erstaunlich, dass ein Weltkonzern wie Swarovski sein Headquarter nach wie vor im idyllischen Wattens in Tirol angesiedelt hat. Erst kürzlich wurde die Firmenzentrale des Kristallunternehmens um ein neues Bürogebäude erweitert. Bei der Architektur wurde Wert darauf gelegt, eine weitgehend offene Kommunikation unter den Mitarbeitern zu ermöglichen. Doch der bisher einzig wirklich genutzte Meeting-Point bei Swarovski war die Tiefgarage, wo Kollegen beim Ein- und Ausparken ein paar Worte wechselten.

Für Markus Langes-Swarovski, 29, den Konzernsprecher des Kristallkonzerns und Sohn von Clan-chef Gernot Langes-Swarovski, ein unhaltbarer Zustand. Weil ihm das Thema Kommunikation ein besonderes Anliegen ist, lud er die Belegschaft kürzlich zu einer After-Work-Party mit Chill-out-Musik und einer Lesung in den „Kristallwelten“. Danach war Dancefloor-Stimmung bis in die späte Nacht hinein angesagt. Mit diesem Überraschungsfest konnte Junior Markus auf der Beliebtheitsskala weitere Punkte als künftiger Clanchef sammeln. Damit dieser Event nicht der letzte blieb, wurde ihm die CD „MLS-Volume I“ gewidmet – die Initialen stehen natürlich für seinen Namen.

Und diese Woche zelebrierte Swarovski auch die Wiedereröffnung der neu adaptierten und vergrößerten Kristallwelten, die sich zum Publikumsmagneten entwickelt haben.

Knapp eineinhalb Jahre sitzt MLS nun als Nachfolger seines Vaters Gernot Langes-Swarovski (GLS) als persönlich haftender Gesellschafter im Kristallkonzern „D. Swarovski & Co“, der mit 1,13 Milliarden Euro neben dem Optik- und dem Schleifmittel-bereich die umsatzträchtigste Division der gesamten Swarovski-Gruppe darstellt. Als eine Art Konzernlenker sieht sich Markus allerdings nicht: „Unsere Geschäftsführung besteht aus insgesamt acht Personen und entscheidet im Kollektiv“, sagte er zu FORMAT.

Feuerprobe im Family-Clan. Auch wenn Markus Langes-Swarovski als Hoferbe ge- und behandelt wird – einen leichten Job hat sich der gelernte Werbe- und Marketingmann, passionierte Musiker und DJ nicht ausgesucht. Die Swarovski-Gruppe erwirtschaftete zwar in ihren drei wichtigsten Geschäftsfeldern (Kristall, Optik, Schleifmittel) zuletzt mit 1,672 Milliarden Euro ein 15-prozentiges Umsatzplus und einen Reingewinn von gut 150 Millionen Euro. Die Steuerung des Konzerns gestaltet sich aber nicht eben sehr einfach.

Spannungen unter den nicht weniger als siebzig Nachkommen der insgesamt drei Swarovski-Dynastien und der Familien Frey und Weis gehören zur Tagesordnung in Wattens. Während einige Stammesmitglieder planen, den Familien-konzern an die Börse zu bringen, denken andere über die Aufsplittung der Gruppe nach. Wieder andere überlegen gar, Firmenanteile zu versilbern.

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PLUS: Das große Interview mit Markus Langes-Swarovski: „Bin Grenzgänger zwischen den Systemen“
PLUS: Die Kristall-Dynastie
PLUS: Der Swarovski-Konzern
PLUS: Der Ort des Staunens

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