Markenartikler zeigen Flagge

Mit eigenen Flagship-Stores machen die Hersteller den Händlern Konkurrenz – und erhöhen den Wert ihrer Brands um bis zu 50 Prozent.

Mignon-Schnitten, Waffelröllchen und Rumkugeln so weit das Auge reicht – seit knapp zwei Jahren thront an der noblen Innenstadtadresse Stephansplatz 7 der Flagship-Store des Wiener Süßwarenproduzenten Manner. „Der Erfolg hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen“, sagt Manner-Marketingchef Billy Riedl. Mehr als 200.000 zahlende Kunden in den ersten fünfzehn Monaten wären ein Grund, entgegen der ursprünglichen Planung auch an anderen Standorten eigene Manner-Stores zu eröffnen. Riedl: „Wir verhandeln derzeit konkret über einen Standort am Wiener Flughafen. In drei bis vier Monaten könnte eröffnet werden.“

Der lachsrosa Konzeptladen ist aber nicht der einzige Ausflug eines Markenartikelherstellers in die Welt des Einzelhandels – im Gegenteil. Denn immer öfter nehmen Markenartikler den Vertrieb ihrer Produkte selbst in die Hand und machen dem traditionellen Handel Konkurrenz.

„Die Hersteller wollen die Kontrolle über die Entwicklung ihrer Marke zurück“, sagt Antonella Mei-Pochtler von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, die soeben eine aktuelle Studie zum Thema publiziert hat. Denn, so Mei-Pochtler, „der klassische Einzelhandel steht seit Jahren unter massivem Druck. Zum einen durch die schwächelnde Konjunktur, zum anderen durch die massive Konkurrenz der Hard-Diskonter.“ Der daraus folgende Sparkurs des Handels in Sachen Marketing und Produktpräsentation wirke sich auch auf die Markenartikler aus: „Es steht immer weniger Qualitätsfläche für die Präsentation der einzelnen Marken zur Verfügung.“ Und das bedeute für die Labels nicht nur geringere Absatzzahlen, sondern auch Einbußen im Bereich von Image und Markenwert.

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