Mann nach Maß

Das Geschäft mit der Schönheit erblüht jetzt auch bei den Männern. Immer mehr lassen liften, peelen, Fett absaugen oder verwenden teure Cremen. Die Kosmetikindustrie folgt dem Trend, legt Spezial-Pflegeserien auf und verzeichnet Umsatzzuwächse.

Der große Exzampano der italienischen Politik, Silvio Berlusconi, hat es vorgemacht. Ohne Scheu nützte der klein gewachsene Italiener die Errungenschaften der Schönheitsindustrie, ließ sich die Falten eines langen Lebens mit einem Lifting glätten und die Halbglatze mit frischem Haarwuchs auffüllen. Sein Beispiel macht offenbar Schule und nimmt vielen seiner Kollegen die Schwellenangst. Jüngst legte sich angeblich auch Israels Premier Ehud Olmert unters Messer und ließ sich hängende Oberlider straffen.

In Österreich laufen die Geschäfte mit der männlichen Verschönerung, wenngleich nicht ausgeprägt in der Politik, ebenfalls prächtig. Bei Preisen für Kinnstraffen à la Michael Douglas ab 3.000 Euro, Komplettliftings ab 5.000 Euro, Faltenaufspritzen oder Fettabsaugen ab 300 Euro (siehe Kästen) „nimmt die Nachfrage in allen Altersgruppen rasend zu“, beobachtet die ästhetische Dermatologin Doris Grablowitz. „Das Aussehen spielt für Männer beruflich und gesellschaftlich eine immer größere Rolle“, registriert auch Wolfgang Metka, Spezialist für ästhetische Chirurgie, der mehr als 200 Operationen jährlich durchführt, davon bereits zu über zehn Prozent an männlicher Haut.

Umsatzzuwächse bei Männerkosmetik. Die Nachfrage nach männlicher Hautpflege bedient die Kosmetikindustrie, die eigene Serien auflegt und neue Bedürfnisse mit ständigen „Innovationen“ weckt. Das sind Produkte aus dem Segment Luxuskosmetik, etwa von La Prairie, Shiseido, SBT, Clinique oder Clarins, deren Cremetiegel 100 Euro und mehr kosten und, laut Handel, die höchsten Zuwachsraten aufweisen. Topseller ist Biotherm Homme aus der L’Oréal-Gruppe (siehe Kasten). Nach Angaben des Parfümeriefachhandels liegt der Umsatzanteil für Luxus-Männerprodukte bei rund vier Prozent. Auch im billigeren Segment gibt es Zuwächse. „In unserer stärksten Saison, der Weihnachtszeit, betrug der Anteil der Männerprodukte am Gesamtvolumen im Vorjahr 3,1 Prozent, heuer ist er auf 3,4 Prozent gewachsen“, bilanziert etwa Marion Kehl, Sales Managerin für The Body Shop in Österreich. Der Renner bei Body Shop ist der For Men Face Protector für 14 Euro.
„Grundsätzlich kann man sagen“, so Stefan Ornig von der Drogeriemarktkette dm, „dass sich die Herrenkosmetik gewandelt und erweitert hat, von der simplen Aftershave-Lotion hin zu Balsam und Cremes.“

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