Managerdroge Golf: Geschäft am Green

Elitäre Umgebung, sportlicher Ehrgeiz, geschäftliche Kontakte: Auch hierzulande verfallen immer mehr Manager dem Golfsport. FORMAT hat die Handicaps der Bosse recherchiert.

Es soll schon spät am Nachmittag gewesen sein – auf einem Golfplatz in den USA. Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer war mit zwei Mitspielern auf einer Runde und stand am Abschlag eines Loches mit Par 3. Soll heißen, dass im Idealfall der Ball mit drei Schlägen ins Ziel befördert werden kann.

Fischer – er hat Handicap 11,9 und zählt damit zu den guten Spielern – holt aus, schlägt ab und sucht am Green seinen Ball. Bloß: Er findet ihn nicht. Erst Minuten später sieht er im Loch nach. Ergebnis: Der Ball lag tatsächlich drinnen – Fischer war ganz von den Socken, denn er hatte offensichtlich, ohne es zu bemerken, ein so genanntes Hole-in-one gespielt – zu Deutsch: mit nur einem Schlag ins Loch getroffen.

Das ist das Höchste, was einem Golfer gelingen kann, von so etwas träumen selbst Profis wie der Lottospieler vom Jackpot.

Wahr oder nur gut erfunden – die Legenden gehören zum Golf wie der Ball ins Loch. Und weil sich am Grün mit Vorliebe die Reichen und Mächtigen tummeln, ist der elitäre Sport auch ein Nährboden für alle Arten von Geheimniskrämereien. Einflussreiche Persönlichkeiten, so heißt es, würden immer wieder irgendwo zwischen dem 1. und 18. Loch sagenhafte Geschäfte und geheimnisvolle Deals per Handschlag besiegeln.

Jedenfalls entdecken immer mehr Manager und Unternehmer ihre Liebe für den kleinen Ball und verlagern ihre Leibesertüchtigungen vom Fitnessklub oder Tennisplatz auf den Fairway.

Zu den prominentesten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zählen dabei Leu-te wie die Politpensionisten Franz Vranitzky und Rudolf Streicher, die nicht selten mit Managern wie dem Werbeguru Hans Schmid oder dem neuen Palmers-Textilvorstand Joachim Knehs im Golfclub Fontana südlich von Wien von Loch zu Loch ziehen. Gern trifft sich am Golfplatz auch der Papierindustrielle und Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn mit Finanzminister Karl Heinz Grasser, der ORF-Generalintendantin Monika Lindner oder dem Topmanager und Rewe-Austria-General Veit Schalle. Auch AUA-Boss Vagn Sørensen, Kika-Chef Herbert Koch oder EVN-General Rudolf Gruber frönen dem exklusiven Modesport, und natürlich zieht es auch Spitzenbanker mit Vorliebe auf die Grünflächen, wie etwa Bawag-Boss Helmut Elsner oder BA-CA-Vorstand Erich Hampel. Zu den besten Spielern mit einem Handicap unter 10 zählen der Immobilientycoon Georg Stumpf, Büromöbelhersteller Thomas Bene und Ikea-Austria-Chef Per Wendschlag.

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