Manager der Woche: Der Bulle Mateschitz hebt ab

Dietrich Mateschitz neu. Mister Red Bull krempelt sein Milliardenimperium um und bastelt am Ausbau seiner Trademark – immer seltener im Büro, immer öfter über den Wolken.

Vierzig Grad in der Sonne. Die Reichen und Schönen rösten am Bootssteg von Klagenfurts Strandbad. Plötzlich – dezenter Flugzeuglärm und zwei Propeller, die den karinthischen Glutofen wie überdimensionale Ventilatoren durchlüften. Grund für das Kühl aus heiterem Himmel: Er ist mit seiner Cessna am Wörthersee gelandet und lässt sich per Motorboot an Land chauffieren. Und: Er trägt ein heraushängendes Polo, zerknitterte Leinenhosen. Ja mehr noch: Er stellt vor staunend tuschelnder Badehosenprominenz den Stoppelbart und den Seglerteint eines Dauerurlaubers zur Schau.

Dietrich Mateschitz neu – das ist mehr als textiles Understatement: Erst hat der Erfinder und Globalvermarkter des Energydrinks Red Bull mit seinem Megakonzern fürs abgelaufene Geschäftsjahr noch einen Umsatz von 1,15 Milliarden Euro und einen Gewinn von 300 Millionen vor Steuern erwirtschaftet. Doch nun hebt der Oberbulle aus den schweißtreibenden Niederungen des Alltags ab – und kündigt im Interview mit FORMAT seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft an. „Der operative Part ist weder meine Passion noch meine Stärke“, sagt der einstige Blendax-Vertreter, der vor nunmehr 16 Jahren aus Wasser, Glukose, Saccharose, Koffein und Taurin eine Weltanschauung braute. „Ich bin mehr Visionär und Marketingmann.“

Der Milliardär hat erkannt, dass die Zeit zum Loslassen gekommen ist – sein zweitwichtigstes Erfolgsrezept nach seinem Sprudelpatent: Mateschitz, 58, der von der Massenabfüllung bis hin zum globalen Vertrieb seiner Dosen bisher alles im Alleingang organisierte und sogar die kleinsten Quittungen selbst unterschrieb, hat nun tatsächlich einen Chief Operating Officer in seiner futuristischen Kommandozentrale in Fuschl platziert: Fleming Sundö, vormals Marketingchef von Kellogg’s, soll im Auftrag des Gründervaters in den kommenden 24 Monaten einen wahren Marathon der Markterweiterung herunterspulen. „In spätestens zwei Jahren wollen wir den globalen Roll-out abgeschlossen haben“, verlangt Mateschitz. Bis dahin sollen auch die letzten weißen Flecken in Südamerika, Afrika und Asien daheim in Salzburg den Umsatz beflügeln.

Das schwierigste Hindernis bei der totalen Globalisierung hat Mateschitz noch höchstpersönlich aus dem Weg geräumt: Als die deutsche Regierung per Jahresbeginn das Dosenpfand einführte, wurden auch die Austro-Büchsen aus sämtlichen Verkaufsregalen verbannt. Worauf die Umsätze um 80 Millionen Dosen zurückgingen. Mateschitz entwickelte prompt als erster Dosenabfüller ein Rücknahmesystem für den deutschen Markt: „Wir starten Anfang September.“

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