Manager dürfen sich nicht instrumentalisieren lassen

ÖBB-Vorstand Huber will seinen Managern Auftritte mit Politikern verbieten, die Voest will keine Politiker im Betrieb dulden. Sinnvoll?

Ein Politikverbot für Manager ist nicht notwendig. Es scheint mir eine Selbstverständlichkeit zu sein. Manager haben einen klaren Auftrag: Sie sind dafür verantwortlich, ihr Unternehmen nach bestem Wissen und Gewissen zu führen und sich auf die für das Unternehmen wichtigen und relevanten Themen zu konzentrieren. Ein zentraler Punkt ist es, sich von niemandem und für nichts instrumentalisieren zu lassen. Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was für ein Unternehmen langfristig vorteilhaft ist, und dem, was zwar kurzfristig positive Effekte nach sich zieht, sich auf längere Sicht aber zu einem Bumerang entwickeln kann. Parteipolitisches Engagement von Unternehmen zählt sicherlich zu diesen kritischen Bereichen. Der Grund liegt auf
der Hand.

Politik und Wirtschaft funktionieren nämlich auf sehr unterschiedliche Weise. In der Politik geht es darum, möglichst lautstark für Themen einzutreten, um sich im Meinungsbildungsprozess einer pluralistischen Gesellschaft Gehör zu verschaffen, Stimmung zu machen und auf diese Weise eine breite Basis an Unterstützung zu gewinnen. In der Wirtschaft bedarf es dieses lautstarken Getöses nicht, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Entscheidungen werden auf einem direkteren, viel sachlicheren Weg getroffen.

Es geht hier nicht um eine Wertung unterschiedlicher Denk- und Vorgangsweisen. Ich habe vor beiden Bereichen größte Hochachtung. Und beide haben ihre Berechtigung. Entscheidend sind nur die gegenseitigen Wechselwirkungen: Unterstützt ein Unternehmen aktiv die Anliegen einer Partei, kann dieses Engagement in politisch heißen Phasen wie im Wahlkampf von den anderen Parteien natürlich durch geschickte Inszenierung genutzt werden, um politisches Kleingeld zu machen. Trotzdem, ein Verbot ist meines Erachtens nicht notwendig. Auch in den Österreichischen Bundesbahnen gibt es kein solches. Es gibt einen einstimmigen Beschluss der Top-Führungskräfte, im Wahlkampf nicht aktiv aufzutreten.

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