Macht und Ohnmacht: Die FORMAT-Studie über Österreichs mächtigste Aufsichtsräte

Eine FORMAT exklusiv vorliegende Studie fühlt Österreichs Aufsichtsräten auf den Zahn: Wie viel sie arbeiten, wie ernst sie ihren Kontrolljob nehmen und wie hoch ihre Gagen sind.

Die Wiener Rechtsanwältin Edith Hlawati kam mit der Telekom Austria (TA) vor zehn Jahren als Wirtschaftsanwältin in Kontakt. Als Partnerin der Sozietät Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) begleitete sie die Privatisierung des Unternehmens und den Börsengang im Jahr 2000. Seit September 2001 ist Hlawati stellvertretende TA-Aufsichtsratsvorsitzende, und zwar eine mit Ambition: „Ich will, dass es der TA gut geht“, formuliert sie ihre Beweggründe für die Annahme des Mandates knapp.

Hlawati entspricht damit einem modernen Typus von Aufsichtsräten. Aufseher wie sie werden von den Eigentümern, im Falle der TA die Republik Österreich, aufgrund detaillierter Sachkenntnisse bestellt. Lange galt diese Funktion als rein repräsentativ. Die Aufseher waren bestenfalls Claqueure der Vorstandsberichte. Dabei nutzten sie ihre Mitgliedschaft im Kontrollgremium oft genug auch noch in eigener Sache, indem sie Beratungs- oder andere Aufträge an Land zogen. Verbunden war das Ganze dann noch mit Annehmlichkeiten wie hohen Sitzungsgeldern und gemütlichen Treffen unter Freunden.

Doch dann kam die Welle an internationalen Wirtschaftsskandalen von Enron in den USA bis Bawag in Österreich. Dabei wurden auch die Aufsichtsräte in die Pflicht genommen, was vielen ihre Ver-antwortung schmerzhaft bewusst machte. Aufsichtsräte der pleitegegangenen Libro AG sind wegen Betrugs angezeigt. Ihnen droht ein langwieriger Prozess. Günter Weninger, der als ÖGB-Finanzchef auch die Funktion des Bawag-Aufsichtsratspräsidenten innehatte, wird er schon gemacht. Er steht derzeit im Bawag-Prozess vor Gericht.

Ein Corporate-Governance-Kodex regelt jetzt die Pflichten (und Rechte) von Aufsichtsräten. Ersten Hobby-Aufsehern wurde das Metier zu heiß, und sie verzichteten lieber darauf, als sich die Finger zu verbrennen. Die verbliebenen Funktionäre nehmen ihre Aufgaben umso ernster und sorgen mit gezielter Einsichtnahme in Firmenzahlen und -interna allfälligen Missliebigkeiten vor. Weil auch hier Wissen Macht ist, steigt damit die Bedeutung der Aufsichtsräte in der Unternehmenshierarchie.

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