Luxus Fliegen

Weil Premiumkunden den großen Fluggesellschaften noch nie so wertvoll waren wie heute, werden keine Kosten und Mühen gescheut, um ihnen das Fliegen so angenehm wie möglich zu machen.

Für jene betuchten Passagiere, die ab dem Jahr 2008 in der Upper Class des neuen Airbus A380 der Fluglinie Virgin Atlantic nach New York oder Hongkong fliegen werden, wird die Reise, wie Virgin-Chef Richard Branson mit amüsiertem Lächeln anmerkt, „gleich eine zweifache Chance auf einen Treffer“ bieten. Sie werden nicht nur im Bordcasino ihr Glück versuchen, sondern auch die Nacht in einer diskreten Zweibettkabine verbringen können.

Dieses verlockende Angebot wird vermutlich nicht jede Fluglinie in ihrer A380 bieten können. Akbar al-Baker etwa, der Chef der arabischen Qatar Airways, sah sich in dem viel versprechenden Hype um den neuen Riesenvogel sofort zu der Erklärung veranlasst, dass „wir mit Rücksicht auf die Sensibilitäten des Nahen Ostens und unserer Kultur nicht die Absicht haben, Casinos und Doppelbetten in unseren Fliegern anzubieten“. Für First-Class-Passagiere wird dennoch bei allen Fluglinien gut gesorgt werden.

Das ist keine großzügige Geste der Fluggesellschaften, sondern kaufmännisches Kalkül. Während Billigfluglinien den etablierten Carriern im Niedrigpreissegment immer mehr Passagiere wegnehmen, versuchen Lufthansa, Singapore Airlines, Emirates und Co First-Class-Kunden mit Luxus und persönlichem Service an sich zu binden. Aus gutem Grund: Acht Passagiere in der ersten Klasse spielen mit ihren teuren Tickets mehr Geld ein als eine volle Economy-Class.

Der Airbus 380 wird die wachsende Kluft in dieser neuen Klassengesellschaft noch deutlicher machen. Für First-Class-Passagiere wird die Reise mit dem neuen A380 eine tolle Sache werden. Für Gäste der „Holzbank-Klasse“ kann sie zum Alptraum werden. Wenn die Airbus-Manager von 550 Passagieren sprechen, die im A380 Platz hätten, gehen sie von einer Konfiguration aus, die großzügig bemessene First-Class- und Business-Abteile beinhaltet. Wenn Fluglinien aber der Versuchung erliegen, möglichst viele Passagiere unterzubringen, wird wohl Platz für 850 Passagiere sein. Und in der „extended version“, die zurzeit in Planung ist, werden es vermutlich mehr als 1.000 sein.

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