Luftfahrt: Überlebt die AUA?

Analysten sehen die Zukunft der AUA gespalten. Während die dringend benötigte Kapitalerhöhung doch noch platzen könnte, ergreift die Air France bereits die Flucht.

Montagabend im elitären Wiener Zigarrenklub. AUA-Boss Alfred Ötsch erklärt gerade einer handverlesenen Schar von Wirtschafts- und Medienleuten seine künftigen Pläne für die angeschlagene Airline, als plötzlich am Flatscreen neben ihm die Grafik zur Unternehmensentwicklung verschwindet und eine Textzeile als Bildschirmschoner über die Mattscheibe tänzelt: „Ich liebe dich im Meer“, steht da zu lesen, und zur allgemeinen Erheiterung dauert es geraume Zeit, bis Ötschens Zahlen wieder im Bilde sind.

Doch von den Freuden eines Badeurlaubs ist Alfred Ötsch derzeit weit entfernt – vielmehr steht dem Chef der angeschlagenen Fluglinie das Wasser bis zum Hals. Er kämpft mit allen Mitteln um das Überleben der Austrian Airlines.

Knackpunkt bei all diesen Rettungsmaßnahmen ist ausgerechnet die französische Fluggesellschaft Air France. So war in jüngster Zeit immer wieder über einen Allianzwechsel der AUA vom Lufthansa-Bündnis Star Alliance zur Air France spekuliert worden. „Das hätte bis zu hundert Millionen Euro kosten können, deshalb ist das kein Thema“, kommentiert Ötsch. Gespräche darüber hat es allerdings gegeben: Sie scheiterten an Ötschs Forderung, die Air France sollte mittels eines nicht rückzahlbaren Kredits einen Teil der Umstiegskosten übernehmen – was die Franzosen brüsk von sich wiesen (FORMAT 40/06 berichtete exklusiv).

Nun dürfte die Liaison mit der Air France endgültig Geschichte sein. Denn wie FORMAT exklusiv erfuhr, haben die Franzosen ihre Anteile an der AUA bereits abgestoßen. Air-France-Sprecherin Brigitte Barrand: „Es ist richtig, wir haben unseren 1,5-Prozent-Anteil an den Austrian Airlines Ende Oktober über die Börse verkauft.“ Damit ist wohl nicht nur die Option eines Allianzwechsels vom Tisch, die Transaktion hat auch symbolische Bedeutung. Die Air France scheint offensichtlich jener Fraktion des Kapitalmarkts anzugehören, die auch nach dem von Alfred Ötsch eingeschlagenen Sanierungskurs von den rosigen Perspektiven für die AUA wenig überzeugt ist.

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