Lohnrunde wird höher ausfallen als im Vorjahr

Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) fordert wegen der guten Konjunktur 4 Prozent Lohnerhöhung. Im Vorjahr waren es 2,6 Prozent.

Die Lohnrunde wird diesmal etwas höher ausfallen als im Vorjahr, weil die Wirtschaft besser läuft und mehr Gewinne macht. Auch die Inflationsrate, die abgegolten werden soll, übertrifft jene des Vorjahres.
Lohnpolitik ist immer eine Gratwanderung zwischen Steigerung der Kaufkraft und Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Die Gewerkschaften versuchen zumindest eine Abgeltung der Teuerung zu erreichen, damit die Kaufkraft der Arbeitnehmer erhalten bleibt. Darüber hinaus fordern sie ihren Anteil am gesamtwirtschaftlichen Wirtschafts- bzw. Produktivitätswachstum. Die Inflationsrate wird heuer mit 1,8 Prozent höher ausfallen als im letzten Jahr (1,5 Prozent). Die Gewerkschaften werden deshalb eine höhere Teuerungsabgeltung als im vergangenen Herbst fordern. Da die Gewinne der Großunternehmen kräftig gestiegen sind, wird die Arbeitnehmerseite auch eine „faire“ Einkommensverteilung verlangen. Der ständige Rückgang der Lohnquote soll gestoppt werden.

In welchem Umfang die Gewerkschaften ihre Forderungen durchsetzen können, hängt nicht zuletzt von der Arbeitslosigkeit ab. Diese ist zwar noch immer relativ hoch, hat aber sinkende Tendenz. Die Gewerkschaften haben also mehr Chancen, ihre Forderungen ohne größere Beschäftigungsrisiken umzusetzen. Überdies klagen die Unternehmen im Metallbereich über einen Mangel an Fachkräften.

Die Metaller haben 2006 mit plus 2,6 Prozent (inklusive einmaliger Prämien plus 2,9 Prozent) abgeschlossen. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass die Metall-Lohnrunde (einschließlich allfälliger gewinnabhängiger Prämien) diesmal wahrscheinlich eine Drei vor dem Komma haben wird. Die Arbeitnehmer in den anderen Branchen bleiben jedoch ständig dahinter zurück und erhalten im Dienstleistungsbereich oft auch keine Gewinnprämien. Für die Kaufkraft ist freilich entscheidend, wie sich die Löhne in der Gesamtwirtschaft entwickeln.

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